Das erste schweizweite online Gesuchsformular steht bereit!

Schluss mit dem Ausfüllen unterschiedlichster Gesuchs-Formulare und dem Absenden von dicken Briefen. Neu können alle Gesuchsteller ihre Anträge bequem über StiftungSchweiz.ch verfassen, absenden und managen. Dies gleich mit einem umfassenden Gesuch oder vorab mit einer kurzgefassten Vorabklärung. In der Anfangsphase noch kostenfrei.

In nur 4 Schritten haben Gesuchsteller ihr Gesuch online gestellt:

  1. Organisationsportrait erstellen (oder das eigene Stiftungsportrait ergänzen)
  2. Projektportrait ausfüllen (auch mehrere, mit Fotos und Anhängen)
  3. Passende Förderstiftung auswählen
  4. Kontaktmail ausfüllen und absenden

Anschliessend können Sie die Gesuchshistory auf dem eigenen Dashboard verfolgen.

Projektförderer erhalten in Zukunft die Gesuche direkt über StiftungSchweiz.ch:

  1. Eingegangenes Gesuchsformular öffnen
  2. Projektportrait anschauen (bei Bedarf auch das Organisationsportait des Gesuchstellers)
  3. Direkt antworten (Antwortbuttons, mit individuellen Bemerkungen)

Das Gesuchsformular ist in der Testphase noch kostenfrei. Nach der ersten Bewährung wird eine kleine Schutzgebühr pro Gesuch erhoben. Helfen Sie mit, die Plattform StiftungSchweiz.ch stetig zu verbessern. Teilen Sie uns deshalb Ihr Feedback mit.

Stiftung: Fördernd oder operativ?

  1. Stiftungen neigen je nach Zweck unterschiedlich stark zu operativen Tätigkeiten.
  2. Eigene operative Tätigkeiten von Stiftungen sind nicht immer klar aus dem Stiftungszweck ausgewiesen, verringern aber die Chancen von Fundraisern, für ihre Projekte von jenen (teilweise) operativen Stiftungen Unterstützungsbeiträge zu erhalten. Je nach Fundraising-Zwecksegment sind deshalb unterschiedlich starke zusätzliche Rechercheaufwände erforderlich.

Fördernd oder operativ? Eine Frage des Wirkungsbereichs

Um als Stiftungsfundraiser potentielle Geldgeber zu identifizieren, ist es wichtig zu wissen, ob eine Stiftung überhaupt Gelder an externe Projekte und Destinatäre vergibt oder aber selbst gemeinnützige Projekte verwaltet bzw. gar eigene Betriebe führt. Denn insbesondere Kunst- und Kulturstiftungen investieren Gelder besonders häufig in eigene Vorhaben, anstatt externe Projekte zu begünstigen. Stiftungen im Bereich Wissenschaft und Forschung sind dagegen seltener operativ tätig.

In der Inhaltsanalyse sämtlicher Schweizer Stiftungszwecke wurden in 26% der Stiftungszwecke Hinweise auf operative Tätigkeiten entdeckt, wobei sich mind. 10% der Organisationen wohl als rein operative Stiftungen bezeichnen würden. In den Auswertungen stellten wir zudem fest, dass eine operative Tätigkeit nicht in jedem Wirkungsbereich gleich wahrscheinlich ist. Die Abbildung zeigt, wie viele Prozente der jeweils nur in einem Wirkungsbereich tätigten Stiftungen als operative, fördernde, oder als in ihrer Wirkungsform gemischt bezeichnet werden können.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Stiftung eigene Projekte führt, ist in den Wirkungsbereichen Kunst, und Kultur sowie Soziales, Gesundheit, Ethik und Religion am höchsten. 35 bis 38% der fokussierten Stiftungszwecke in diesen Bereichen enthalten Hinweise auf (mögliche) eigene Projekttätigkeiten oder Betriebe. Insbesondere Stiftungen, die Freizeitaktivitäten und den Denkmal- und Heimatschutz begünstigen, neigen eher zu operativer Tätigkeit (bis zu 53% bzw. 46%). Weiter haben immerhin 30% der Umwelt- und Tierschutzstiftungen operative Charakteristiken, wobei jedoch nur ca. 10% der Stiftungen als ausschliesslich operativ bezeichnet werden können. Weniger häufig mit eigenen Projekten aktiv sind Stiftungen, die die Wirkungsbereiche Bildung, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit sowie Wissenschaft und Forschung begünstigen, Themen die für direktes operatives Engagement höhere Hürden zu stellen scheinen. Stiftungen schliesslich, die keine präzisen Wirkungsbereiche nennen, sondern Gemeinnütziges allgemein begünstigen, erwähnen mit lediglich 8% nur selten eigene operative Projekte.

Fördernde und operative Stiftungen decken also verschiedene Tätigkeitsbereiche unterschiedlich stark ab, in denen sie jeweils auch unterschiedliche gemeinnützige Funktionen wahrnehmen. Beispielsweise agieren operative Stiftungen oft lokal und «unmittelbar gemeinnützig» und sind deswegen auch nicht selten in ländlichen Gemeinden zu finden, während fördernde Stiftungen dort anteilsmässig weniger stark vertreten sind als in den Städten. Förderstiftungen sind demnach in der Gemeinnützigkeit nicht nur weniger an ihren Standort gebunden, sondern können auch thematisch breiter und abwechslungsreicher begünstigen.

10 Jahre CEPS – 10 Veranstaltungen in 10 Schweizer Städten

Das CEPS begeht sein zehnjähriges Bestehen mit zehn Veranstaltungen in zehn Schweizer Städten. Ziel ist es, gemeinsam mit lokalen Partnern die ganze Breite der philanthropischen Arbeit zu beleuchten und in Gesprächsrunden zu vertiefen. Am 12. März wurde die Serie mit der Frage eröffnet, wie sich die gemeinnützige Arbeit in den vergangenen zehn Jahren verändert hat und wohin sie sich aktuell bewegt.

Mehr als 80 Gäste folgten der Einladung von SwissFoundations und vom CEPS ins Cabaret Voltaire in Zürich. So blieben keine Plätze frei, als Lukas von Orelli, Präsident von SwissFoundations, das Publikum begrüsste.

Versärkte Digitalisierung

Im Zentrum der Veranstaltung standen die Veränderungen, welche die Philanthropie in den vergangenen zehn Jahren erlebt hat und aktuell durchläuft. Den Anfang machte Georg von Schnurbein, der diese Entwicklungen aus wissenschaftlicher Perspektive umriss. Im Anschluss daran wurden diese Veränderungen im Rahmen einer Podiumsdiskussion weiter erörtert. Pascal Vonmont von der Gebert Rüf Stiftung, Amina Chaudri von der ETH Zürich Foundation und Fatiah Bürkner von der Max Kohler Stiftung diskutierten gemeinsam mit Georg von Schnurbein und Robert Schmuki vom CEPS, wie sich die gemeinnützige Arbeit verändert hat und in welche Richtungen sie sich bewegt. Die Gesprächsrunde wies auf die Veränderungen aufgrund der Digitalisierung und der verschärften rechtlichen Bestimmungen hin, diskutierte, inwiefern die Philanthropie von Frauen geprägt ist und beschäftigte sich mit dem komplexen Verhältnis zwischen Förderern und Geförderten. Die Aussage von Pascale Vonmont, jede Fördertätigkeit könne nur so gut sein wie die Arbeit der Geförderten, stiess nicht nur bei den Gästen aus operativen Nonprofit Organisationen auf Zustimmung.

Mangelnde Kooperationsbereitschaft

Im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen wurde eine neue, kooperative und partizipative Herangehensweise an Problemstellungen beschrieben, die Förderer, Geförderte, aber auch Partner aus staatlichen Stellen und der Wirtschaft miteinbezieht. Dass dieser Weg auch steinig sein kann, bestätigte die Aussage von Fatiah Bürkner, die Zweifel an der echten Bereitschaft der NPO-Welt äusserte, zu kooperieren. Georg von Schnurbein bemerkte daraufhin scherzend, dies läge am Wesen von Stiftungen; denn hätte die stiftende Person kooperieren wollen, hätte sie wohl eher einen Verein gegründet. Nichtsdestotrotz wurde das Bedürfnis nach einer engeren Kooperation zwischen verschiedensten Akteuren von allen Teilnehmenden an der Diskussion hervorgehoben.

Dass das Gebiet der Philanthropie sich bewegt, grosse Herausforderungen bereithält, aber auch viel Freude bereitet, wurde am anschliessenden Apéro klar, der von intensivem Austausch zwischen den anwesenden Gästen geprägt war.

Kommende Veranstaltungen

Die Serie der zehn Veranstaltungen wird am 24. Mai in der Coalmine in Winterthur gemeinsam mit der Volkart Stiftung fortgesetzt, mit einem Podiumsgespräch zum Thema «Philanthropie und Politik». Danach folgen Veranstaltungen in Genf, Aarau, Bern, Chur, Zug, Solothurn, Luzern und St.Gallen. Aktuellste Informationen hierzu finden sie jeweils auf der CEPS-Webseite.

 

Veranstaltungshinweise:

https://ceps.unibas.ch/de/weiterbildung/tagesseminare/       

 

Der rote Faden ist aus Wolle

Klassentreffen sind ja Anlässe, um über ehemalige Schulkolleginnen und -kollegen zu staunen (oder vielleicht auch, um sich über einige von ihnen zu wundern). An meiner Klassenzusammenkunft im vergangenen Herbst konnte ich über meine frühere Klassenkameradin Angela staunen, die mir von ihrem philanthropischen Projekt auf Sinai erzählte. Zusammen mit einer Freundin würde sie Beduinen das Stricken beibringen, im Rahmen ihrer alljährlichen Aufenthalte im Süden der Halbinsel. Beduinen würden nämlich nicht nur unter der Armut leiden, sondern auch unter der Winterkälte, der mit dort hergestellten Strickwaren begegnet würde. «Lismi-Projekt Sinai» heisse ihr Engagement.

Wie man sich täuschen kann …

Diese faszinierenden Informationen hatte ich noch im Hinterkopf, als ich am 30. Dezember 2017 in der Neuen Zürcher Zeitung einen Artikel von Rolf Dobelli, dem Hohepriester des «Richtigen», las. «Mentale Katastrophenhilfe» lautete die Überschrift seines Beitrags, und die Kernsätze darin lauteten: «Wenn Sie mithelfen wollen, das Leiden auf diesem Planeten zu verringern, spenden Sie Geld. Ausschliesslich Geld. Reisen Sie nicht ins Krisengebiet, ausser Sie seien von Beruf Notärztin, Bombenentschärfer oder Diplomatin.» Da Angela keinen dieser Berufe ausübt, gab’s bei mir Klärungsbedarf. Ich suchte das Gespräch mit Angela und ihrer Freundin Heidi, das mir spannende Einsichten ermöglichte.

Empathie mal Stärken mal Pragmatismus macht Philanthropie

Als Heidi mit einer Touristengruppe in Begleitung von Beduinen durch den Sinai reiste und das Dorf Nuweiba am Golf von Aqaba besuchte, strickte sie zwischendurch und weckte mit dieser dort gänzlich unbekannten Tätigkeit das Interesse des Beduinen Ayed. Er wolle auch stricken lernen, wo sie doch so oft frieren würden. Eine Projektidee war geboren, und ihm Jahr darauf reiste Heidi – diesmal mit Angela – nach Nuweiba, nun mit richtig viel Wolle und Stricknadeln ausgestattet. Nicht nur der moseshafte Ayed begann zu stricken. Auch viele, vor allem junge Beduininnen erwiesen sich als lernbegierige und begabte Strickerinnen, welche Pulswärmer, Socken, Mützen, Babyfinkli etc. für ihre Bedürfnisse herstellten.

Elf Jahre sind das nun her. Jährlich unterrichten die beiden Aargauerinnen während ihren zweiwöchigen Reisen an den Golf von Aqaba Beduinen im Stricken. Seit 2011 sind diese Einsätze viel schwieriger geworden; und immer anspruchsvoller werden die humanitären Komponenten. Längst geht es nicht mehr «nur» ums Importieren von Stricktechnik und von Wolle und Stricknadeln («capacity building» würde das im Fachjargon heissen). Immer wichtiger ist das Mitbringen von Sanitäts- und Verbandsmaterial für die Beduinen. Dabei bleibt aber das Stricken das Hauptthema. «Der rote Faden ist aus Wolle», sagen Angela und Heidi.

Nichts ist gradlinig, alles im Fluss

Im Verlauf des Gesprächs wird klar, dass die Beduinen von Nuweiba den beiden ans Herz gewachsen sind, und dass deren hartes Schicksal sie berührt. Vom Aufenthalt im Sinai im vergangenen Februar sind Angela und Heidi noch nachdenklicher als früher zurückgekehrt. Aber: «Unsere Liebe zu den Menschen ist stärker als die Angst.» Das Strahlen der jungen Beduininnen bei Lernbeginn ist ihr Erfolgserlebnis, die Dankbarkeit der Beduinen ihr Lohn.

Wie geht es weiter mit dem «Lismi-Projekt Sinai»? Das logistische Hauptproblem von Angela und Heidi ist momentan, die etlichen gesammelten Kubikmeter Wolle von ihrem Lager in Seon nach Sharm el-Sheikh fliegen und von dort zu den Beduinen in Nuweiba transportieren zu lassen. Und es bleibt die bange Frage, wann und unter welchen Umständen sie ihre nächste Reise zwecks «Hilfe zur Selbsthilfe» antreten können.

 

Kontakte: Angela Keller-Domeniconi (angela-keller@bluewin.ch) wohnt in Birmenstorf, Heidi Aeby Gretener (heidi.aeby@yetnet.ch) in Seon.

International tätige NPO

Für international tätige NPO, die national organisiert sind, empfiehlt es sich

  1. Konzepte organisations-zentral und einheitlich zu entwickeln,
  2. Projekte jedoch dezentral kontextspezifisch zu implementieren.

Administrationskosten bleiben dabei gering und lokale Anforderungen und Bedürfnisse können berücksichtigt werden. Entsprechend ist zu erwarten, dass der Sektor auch in Zukunft relativ heterogen bleibt – eben international lokal.

Internationale NPO und ihre Herausforderungen

Die Globalisierung macht auch vor dem Nonprofit-Sektor nicht halt. Sei es durch einen international ausgerichteten Zweck, das „Scaling-up“ eines erfolgreichen Projekts oder durch internationale Finanzierungsstrukturen – das Aktionsfeld von Nonprofit-Organisationen (NPO) hat sich längst über nationale Grenzen hinweg erstreckt. Entsprechend hat sich die Zahl internationaler NPO in den letzten Jahrzehnten versechsfacht (vgl. Grafik 1). Verzeichnet man in den 1970er Jahren weltweit noch weniger als 5‘000 internationale NPO, sind es zu Beginn der 2000er über 30‘000 Organisationen. Der globale Kontext stellt Führungskräfte solcher internationaler NPO vor eine Vielzahl an neuen Herausforderungen.

Grafik 1: Wachstum registrierter internationaler NPO, 1970-2002.
Anmerkung: beinhaltet nur NPO die in mindestens drei Ländern aktiv sind.
Quelle: The Jossey-Bass Handbook of Nonprofit Leadership and Management, 2005

 

Institutionelle Vielfalt und Wettbewerbsdruck

Multinational tätige NPO sehen sich mit einer Vielzahl an institutionellen Strukturen und kulturellen Anforderungen konfrontiert. Politische Strukturen und Gesetzgebungen in einem Land beeinflussen das Aktionsfeld einer NPO massgeblich. Steuer- und Marktgesetze bestimmen Finanzierungsanreize für NPO und gesellschaftliche Wertvorstellungen definieren unterschiedliche Ansprüche an die Rolle von NPO. Die steigende Zahl internationaler NPO erhöht den Wettbewerb auf den nationalen Märkten, in denen sich die Organisationen bewegen. Der Druck durch innovative Konzepte seine Geldgeber noch besser zu erreichen steigt. Zudem fordern Vorgaben globaler Förderer wie der WHO von Administrationskosten von maximal 2% bis 3% noch mehr Effizienz. Solche Vorgaben sind für Schweizer NPO kaum einhaltbar und hemmen den internationalen Austausch und Transfer von Know-how. Um international erfolgreich zu sein, müssen sie diesem Kontext gewachsen sein.

International lokal

Wie können Führungskräfte diese Herausforderungen angehen und welche Implikationen haben sie für die strukturelle Entwicklung des internationalen NPO Sektors? Trotz des generellen Globalisierungstrends im Sektor sind auch international tätige NPO oftmals national organisiert. Studien wie die von Wendy Wong (2012) zeigen, dass die erfolgreichsten internationalen NPO ihre Konzepte zwar zentral entwickeln, Projekte jedoch dezentral umsetzen. Lokale Begebenheiten können so berücksichtigt und Administrationskosten niedrig gehalten werden. Der internationale Kontext fordert daher Führungskräfte, die NPO Aktivitäten zentral zu koordinieren und dezentral zu implementieren wissen. Es ist folglich zu erwarten, dass der Sektor auch in Zukunft relativ heterogen bleibt – eben international lokal.

Besuchen Sie unsere Website ceps.unibas.ch, um mehr über unsere Forschung zur Internationalisierung von NPO und über unseren neuen Lehrgang für Global Social Entrepreneurs zu erfahren.

 

Was das Business von NPO lernen kann

Den NPO wird oft gesagt, dass sie vom Business lernen sollten. Das Umgekehrte trifft ebenso zu, und NPO könnten daraus sogar ein Business machen.

Die Bezeichnung Non-Profit-Organisationen – Nomen est Omen – trägt sicher dazu bei, dass NPO in der Öffentlichkeit als eher ineffizient gelten. Wortwörtlich schliesst der Begriff ja auch mit Verlust arbeitende Unternehmen ein. „Not-for-Profit“ würde deshalb besser passen. Noch besser würde sich die „For-Profit“-Welt bei den NPO abschauen, was sie besser machen. Ich empfehle dazu zwei Bereiche: Mitarbeitermotivation und Marketing.

Mitarbeitermotivation

Den ersten, weil es NPO gelingt Mitarbeitende zu motivieren, ohne hohe Löhne zu zahlen. Mitarbeitende sehen sich nicht selten persönlich verpflichtet, der Mission nachzuleben. Und NPO gewichten dieses Herzblut bei der Einstellung definitiv stärker als die Geschäftswelt. NPO motivieren Mitarbeitende aber noch durch andere Dinge, die „For-Profit“-Organisationen imitieren könnten. NPO haben häufig flache Führungsstrukturen. Ihre Chefs packen mit den Freiwilligen an, wenn Not am Mann ist und übernehmen bspw. die Ablöseschicht bei einer Standaktion. Auf neue Mitarbeitende wird schnell echte Verantwortung übertragen, selbst wenn sie noch jung sind. Millenials wollen dafür nicht warten, bis sie die erste Hierarchiestufe erklommen haben. NPO achten darauf, dass es während der Arbeitswoche genügend Zeit für Zerstreuung gibt. Damit meine ich nicht die üblichen verkrampft lustigen Firmenanlässe, sondern eine Atomsphäre, die spontan vergnügliches Beisammensein ermöglicht und zulässt. Das bringt bessere Resultate als happige Bonuszahlungen. Beim Umgang mit Beförderungen und Vergabe von Titeln handeln NPO liberal und kreativ, weil sie wissen, dass ein Titel Stolz macht und gleichzeitig nichts kostet.

Marketing

Das Marketingkönnen vieler NPO ist darauf zurückzuführen, dass sie – ungleich zur Geschäftswelt – Menschen überzeugen müssen, ihr Geld für etwas herzugeben, welches schliesslich andere kriegen. NPO müssen sich deshalb besonders anstrengen, die Spender zu überzeugen, dass sie einen Wert für ihr Geld erhalten. Der Schlüssel liegt darin, Langzeitbeziehungen aufzubauen. Das heisst, häufige Kontakte, sich immer wieder bedanken, sowie Updates durch Newsletters. Dieses Verhalten steht im starken Kontrast zum einmaligen transaktionellen Ansatz, der nur allzu oft in der Geschäftswelt anzutreffen ist. NPO versuchen dauernd und immer im Kontakt mit allen Mitarbeitenden und Spendenden – bestehende und ehemalige – zu stehen. Vor allem was die Kontakte zu den ehemaligen anbelangt, können sich gewinnorientierte Unternehmen vermutlich noch einiges von NPO abgucken.

Wenn sich NPO jetzt in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt sehen, möchte ich gleich anregen, dass sie noch einen Schritt weiter gehen könnten. Wie wäre es mit einem zweiwöchigen Stage-Programm „Lernen von NPO“ für die Geschäftswelt? Eine neue Einnahmequelle und kommunikativ ein grandioser Schachzug.

Teilweise in Anlehnung an „Profiting from non-profits“, The Economist 17. Juli 2010

Warm Glow of Giving – vier kritische Gedanken zum Spenderverhalten in der NZZ

Inzwischen ist die öffentliche Diskussion um den Oxfam-Skandal wieder verebbt. Doch hat sie einige Schwachstellen aufgezeigt – bis hin zum Spender, der unbedacht „alles schluckt“. Dazu in der NZZ vier kritische Beobachtungen. Die Frage sei erlaubt: Sind Stiftungen anspruchsvoller und kritischer als Privatspender? Und falls ja: Weshalb? Diese Diskssion wäre noch zu führen. Hier gehts zum Artikel