Was, wenn die Ziele von der geldgebenden Organisation nicht zur implementierenden Organisation passen?

Damit gemeinnützige Projekte umgesetzt werden können, braucht es zum einen die Personen und Organisationen, welche das Projekt umsetzten und es braucht die Geldgeber, die das Ganze finanzieren. Im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit gibt es hier oftmals ein Spannungsfeld: auf der einen Seite steht die implementierende Organisation vor Ort, welche die Bedürfnisse und die Herausforderungen sieht, die es zu bedienen gilt. Auf der anderen Seite ist der Geldgeber, welcher seine Vision (verbunden mit einer Strategie) und die darin enthaltenen Ziele, umsetzte möchte. Oft sind diese Geldgeber aus einem anderen Land, meist einem anderer Kontinent. Trotz dieser geographischen und kulturellen Distanz sind im Idealfall diese beiden Ansprüche deckungsgleich. Doch was ist, wenn sie es nicht zu 100% sind? Wenn die Herangehensweise eine andere ist oder die Vorstellungen der Lösung für das Problem auseinandergehen? Wessen Ziele sollten dann eher verfolgt werden?

Im ersten Moment schein die Antwort klar – wichtiger sind die Ziele der Organisation vor Ort. Denn das Ziel der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im entsprechenden Kontext und die lokale Organisation ist hier klar als Experte zu verstehen. Daher sollte der Geldgeber erkennen, dass das Projekt die zentralen Herausforderungen adressiert, die Expertenrolle respektieren und das Projekt finanzieren.

Scheint einfach? Ist aber nicht die beste Lösung.

Denn das reine Finanzieren von Projekten, also der ausschliesslich finanzielle Mehrwert einer Zusammenarbeit, ist veraltet. Das heutige Paradigma der EZA ist die «Partnerschaft». Bei einer authentischen und gelebten Partnerschaft arbeiten Organisationen aus dem Norden (sprich die Geldgeber) auf Augenhöhe und gleichberechtigt mit Organisationen aus dem Süden zusammen und setzten so Projekte um. Das bedingt aber weiter, dass zwischen den Organisationen nicht bloss Geld und Reports, sondern eben auch Wissen und Erfahrungen ausgetauscht werden und so gemeinsam gearbeitet wird. Und in diesem Fall ist der Mehrwert des Geldgebers dann am grössten, wenn das Projekt auch zu seinem Portfolio und damit zu seinen Kompetenzen passt. Wenn der Geldgeber also auch fachliche, methodische oder inhaltliche Inputs geben kann, ist er nicht mehr reiner Donor sondern wird zum Partner.

Partnerschaft braucht die entsprechende Haltung.

So einfach das klingt, so schwierig ist es. Denn authentische Partnerschaft setzt eine entsprechende Einstellung und Haltung beider Seiten voraus. Es braucht eine offene und transparente Kommunikation, es braucht Wertschätzung und Respekt, gegenseitiges Vertrauen und es braucht geteiltes Verantwortungsbewusstsein für das Projekt und die darin enthaltenen Aufgaben. Denn schlussendlich braucht es die Ansicht, dass wenn man die Arbeit und das Wissen aus beiden Organisationen kombiniert, ein vermutlich besseres Projekt herauskommt.

Die Frage aus dem Titel greift also zu kurz. Denn bei einer Partnerschaft erarbeitet man gemeinsam die Ziele, da man sich Partner sucht, die eine ähnliche Vision verfolgen. Die grösste Herausforderung ist dabei v.a. die passenden Partner zu finden…

 

Fahrplan fürs Internationale Grossspenden-Fundraising

Das Interesse großer Geldgeber an internationalen Projekten ist erheblich. Stifter und philanthropische Organisationen suchen auch jenseits ihrer nationalen Grenzen intensiv nach Partnerschaften mit interessanten und innovativen Nonprofit-Organisationen. Spenden in Millionenhöhe können das Ergebnis sein – doch der Beziehungsaufbau braucht Zeit. Aber wie finden Nonprofit-Organisationen den Kontakt zu diesen Geldgebern, wie können sie dafür sorgen, dass ihre Arbeit auch international auf Interesse und Spendenbereitschaft stößt?

Oft beschränken sich NPOs darauf, eine Online-Analyse potenzieller Geldgeber zu erstellen und dann Förderanträge einzureichen. Doch diese Vorgehensweise hat nur begrenzt Aussicht auf Erfolg. Viele Geldgeber erlauben nicht einmal die unaufgeforderte Bewerbung. Und: Ohne ein tiefes Verständnis der Motivation eines Geldgebers, seiner Ansätze, Konzepte, und Strategien können Anträge leicht die Erwartungen verfehlen.

Sechs Strategieempfehlungen helfen bei der Erschließung internationaler Fundraisingmärkte. Sie basieren auf knapp 20 Jahren Erfahrung in der Begleitung europäischer Organisationen in den USA und US-Organisationen in Europa:

  1. Wettbewerbs- und Umfeldanalyse:

    Analysieren Sie Ihre nationalen und internationalen Wettbewerber im Hinblick auf Ihr Thema und auf Geldgeber, Marketingstrategien, Publikationen, Konferenzteilnahmen, Websiteauftritt Presseberichterstattung, und Twitter, LinkedIn, und Instagram-Kanäle. Soziale Medien sind im anglo-sächsischen Fundraising entscheidend.

  2. Internationaler Case for Support:

    Spricht Ihre Organisation wirklich das Interesse internationaler Geldgeber an? Eine Möglichkeit, dies herauszufinden, besteht darin, einen Case for Support zu schreiben und zu testen. Beschreiben Sie auf einigen Seiten Ihre Organisation, Arbeit, Leitbilder, Leadership, Alleinstellungsmerkmale, Dringlichkeit, Strategien, Arbeitsweise, Ziele, die Notwenigkeit für mehr – auch internationale – finanzielle Unterstützung, die Leistungen Ihrer Organisation und wie Sie diese messen. Der Case muss in Englisch verfasst sein, sich wie ein journalistischer Text lesen und schon durch die richtige Wortwahl die Nähe zum Geldgeber deutlich machen. Wichtig: Wenn Ihre Organisation verschiedene Programmbereiche hat, wie es etwa bei großen Hochschulen oder Entwicklungshilfeorganisationen der Fall ist, empfehlen wir, den Case auf ausgewählte Leuchtturmprojekte mit internationaler Strahlkraft zu konzentrieren.

  3. Case for Support testen:

    Stellen Sie Fragen zusammen und „testen“ Sie den Case for Support, indem Sie um Rat fragen. Ist internationales Fundraising möglich und wer sind mögliche Geldgeber? Ist der Case überzeugend? Wer sind die wesentlichen Akteure und Gatekeeper? Wie sollte Ihre Organisation sich international positionieren? An welchen Trends und Ansätzen sind globale Geldgeber interessiert? Welche internationalen Konferenzen sind entscheidend? Wer sind die internationalen Meinungsführer in Ihrem Feld?

  4. Fundraising – Marketing Plan:

    Internationales Großspenden-Fundraising basiert auf relationship fundraising. Das heißt: Geldgeber wollen die spezifischen Ansätze, den Impact und die Besonderheiten Ihrer Organisation genau verstehen. Besonders effektiv ist ein Plan, der Fundraisingaktionen gezielt mit Marketingtools verknüpft. Blogs, Konferenzteilnahmen, Events, soziale Medien, Newsletter, und Medienarbeit – Ihre Organisation sollte auf verschiedenen Kanälen konkrete Botschaften positionieren, wobei auch Management und Programmabteilungen der NPO involviert sind. Der Plan mit konkreten Schritten, Zielgruppendefinitionen, Maßnahmen, Deliverables, und einer Timeline sollte alle 3-4 Monate überprüft und angepasst werden.

  5. Internationale Kontakte institutionalisieren:

    Empfehlungen von angesehenen Experten in der Branche sind im relationship fundraising entscheidend. Ein Gremium, etwa ein International Advisory Board mit angesehenen Mitgliedern, kann extrem hilfreich sein.

  6. Moves Management:

    Das «Moves Management» – ein für nationale und internationale Großspenden-Fundraising konzipiertes Planungs- und Controlling-System – hilft, Aufwand und Erfolgschancen vorherzusagen und nächste Schritte effizient zu planen. Ein vom Mira Partnership entwickeltes Excel-basiertes Moves Management System steht online unentgeltlich zur Verfügung (www.brakeley.de).

Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit internationalen Spenden sind nicht schwer zu klären. Für Spenden aus den USA kann zum Beispiel erstmal die King Baudoin Foundation USA helfen. Für Spenden aus Europa können Organisationen wie Transnational Giving Europe oder Chapel & York helfen. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt erhebliche Mittel fließen, können umfangreichere Lösungen erwogen werden, etwa der Aufbau internationaler Büros. Doch das kommt später. Die Erfahrung zeigt: Am Anfang ist es sehr viel wichtiger, Zeit und Energie in die Strategieentwicklung zu investieren.

Erwerbssuchende für die Freiwilligenarbeit gewinnen: Eine Win-win-win-Strategie?

Viele Nonprofit-Organisationen (NPO) sehen sich derzeit mit einem Mangel an Freiwilligen konfrontiert. Die Akquise von Erwerbssuchenden scheint eine mögliche Lösung zu sein, da diese theoretisch mehr Zeit zur Verfügung haben als Erwerbstätige. In der Literatur werden positive sowie negative Einflüsse von Freiwilligenarbeit auf Arbeitslosigkeit erwähnt, in der Praxis zeigt sich jedoch, dass die positiven überwiegen.

NPO sind auf Freiwillige angewiesen. In den letzten Jahren war bei der Anzahl der Freiwilligen in der Schweiz laut dem Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016 ein leichter Rückgang zu verzeichnen und durch die steigende Anzahl an NPO verstärkt sich der Wettbewerb um Freiwillige. Es wird angenommen, dass fehlende Zeit eine der Hauptursachen dieses Rückgangs darstellt; Zeit, welche Erwerbssuchende mehr zu haben scheinen. Aber hat Freiwilligenarbeit nur positive Einflüsse auf Arbeitslosigkeit und ist somit die Akquise von Erwerbssuchenden für Freiwilligenarbeit eine Win-win-win-Strategie von der Erwerbssuchende, NPO sowie die Gesellschaft als Ganzes profitieren können?

Positive Einflüsse der Freiwilligenarbeit auf Arbeitslosigkeit

In der Literatur werden viele positive Effekte von Freiwilligenarbeit auf Arbeitslosigkeit genannt. Einerseits kann Freiwilligenarbeit Erwerbssuchenden dabei helfen, eine gewisse Struktur im Alltag beizubehalten, andererseits kann sie ihnen private Vorteile verschaffen: Erlernen neuer, jobrelevanter Fähigkeiten, Kontakte mit anderen Menschen knüpfen und das private Netzwerk ausbauen sowie die Möglichkeit, negative Gefühle zu verarbeiten. Auch kann Freiwilligenarbeit dazu genutzt werden, Lücken im Lebenslauf zu füllen. So erhöht Freiwilligenarbeit die Chance, eine Arbeitsstelle zu finden, da sie zudem als Signal bestimmter Charaktereigenschaften für potentielle Arbeitgeber dient.

Negative Einflüsse der Freiwilligenarbeit auf Arbeitslosigkeit

Jedoch kann sich Freiwilligenarbeit laut Literatur auch negativ auf Arbeitslosigkeit auswirken. Wenn Arbeitgeber vor allem Wert auf Diplome legen und Freiwilligenarbeit nicht als tatsächliche Arbeit anerkennen, da während dieser der Erwerb von Diplomen nicht möglich ist, funktioniert dieses Signal nicht und Freiwilligenarbeit kann das Finden einer Anstellung erschweren.

Erkenntnisse aus der Praxis

In der Praxis zeigt sich, dass Freiwilligenarbeit zwar auch einen negativen Einfluss auf Arbeitslosigkeit haben kann, wenn diese zum Ersatzjob ohne Verdienst wird oder der Arbeitssuche nicht mehr oberste Priorität zugeordnet wird, allerdings überwiegen die positiven Effekte. Diese steigern das Selbstwertgefühl der Erwerbssuchenden, wodurch sie anders in Bewerbungsgesprächen auftreten können. Auch das vergrösserte Netzwerk kann sehr nützlich für die Arbeitssuche sein. Wenn also darauf geachtet wird, die Tätigkeit nicht zu zeitintensiv zu gestalten und zeitlich zu begrenzen, um den negativen Effekten vorzubeugen, stellt die Gewinnung von Erwerbslosen für die Freiwilligenarbeit eine Win-win-win-Strategie dar.

Tipps für NPO, um Erwerbssuchende für Freiwilligenarbeit zu gewinnen:

  • Schaffen Sie Aufgaben mit höchstens sechs Stunden pro Woche und zeitlicher Begrenzung.
  • Betonen Sie bei der Freiwilligenakquise die unterschiedlichen Fähigkeiten und Kenntnisse, die während der Freiwilligenarbeit erworben werden können.
  • Gestalten Sie die Aufgaben so, dass soziale Kontakte garantiert sind und die Erwerbssuchenden ihr soziales Netzwerk ausbauen können.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie den Freiwilligen ein „Dossier freiwillig engagiert“ ausstellen, das ihre Tätigkeit dokumentiert.

Literaturempfehlung:
Freitag et al. (2016). Freiwilligen-Monitor Schweiz 2016, Zürich: Seismo.

Tragt Sorge zu unseren Domen, Münstern, Kathedralen

Wir Architekturhistoriker und Heimatschützer betonen immer wieder den hohen Stellenwert der historischen Baudenkmäler für unsere Identität und unser Selbstverständnis. Die Reaktionen der überwältigten Augenzeugen des Brandes von Notre-Dame in Paris – in filmischen Reportagen live in die ganze Welt übertragen – haben bewiesen: Ein so bedeutendes Kulturerbe wie die Kathedrale der französischen Hauptstadt gehört tatsächlich zum allgemeinen Kulturerbe einer weltumspannenden Gesellschaft – in deren ganzen Heterogenität.

In Paris eine Brandkatastrophe

Zwar stellte Valentin Groebner in der FAZ echte Trauer um Notre-Dame in Abrede: Dies sei «Lust an der starken Wirkung der Bilder und Lust an der eigenen Wehmut vor Publikum». Ich zweifle daran, dass es eine kollektive Körperbeherrschung oder gar ein massenpsychotisches Phänomen bei den zufällig anwesenden Passanten oder bei den Betrachtern am Bildschirm waren, die Schrecken, Trauer, Lähmung hervorriefen. Für viele war der Kirchenbrand vom 15. April ein so eindrücklicher Moment, dass man es zur Ereigniskategorie mit der zugehörigen Erinnerungsfrage «Wo war ich als ich davon erfuhr?» zählen kann. Der Kennedy-Mord 1963 und 9/11 2001 gehören zu dieser Kategorie, deren Erinnerung uns vor unserem geistigen Auge sofort an jenen Ort zurückkatapultiert, wo wir erstmals von diesen Tragödien hörten. Nie werde ich auch vergessen, dass ich abends am Küchentisch sass, als ich vom Notre-Dame-Brand hörte, wie ich ebenfalls am Küchentisch sass, als ich am frühen Morgen des 18. August 1993 vom Brand der Luzerner Kapellbrücke hörte.

Spenden: ein Ärgernis?

Notre-Dame materialisiert Geist und Zeit in Stein und sublimiert diese in Schönheit. Die vielschichtige Bedeutung dieses Bauwerks spiegelt sich in der sensationellen – und vielkritisierten – Höhe der spontanen Spenden für dessen Wiederaufbau. Lapidar (und korrekt) kontert die NZZ am Sonntag: «Die Kritik verkennt den Kern des Spendens: die Freiwilligkeit». Sachkundig analysierte NZZ Online am 28. April. Ich denke: Wer freiwilligem Spenden Eigennutz unterstellt, der müsste bei der Deckelung/Limitierung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Zuwendungen und Sponsoringbeiträgen ansetzen. (Ob das unter dem Strich eine lohnende Idee wäre, das wage ich zu bezweifeln.)

In Basel ein Jubiläum

Bei uns in Basel stimmte die Meldung des Brandes in Paris besonders nachdenklich. Denn tags zuvor, am Palmsonntag, wurde das Jubiläumsjahr «1000 Jahre Basler Münster» einläutet – vormittags mit einem ökumenischen Gottesdienst im Beisein des Bischofs von Basel, abends mit einem Konzert unter Beteiligung des Choeur Grégorien de Paris, der exakt 24 Stunden nach dem Basler Konzert vom Brand der Notre-Dame erfahren musste. Zudem ist man sich am Rheinknie auch heute in weiten Kreisen bewusst, dass das Münster, bis zur Reformation die Kathedrale des Bistums von Basel, 1356 durch das Basler Erdbeben teilzerstört worden war.

Spenden für ein Kulturprogramm

Im Milleniumsjahr, welches der Weihe des Basler Münsters im Beisein des Kaisers Heinrich II. am 11. Oktober 1019 gedenkt, ist der spätromanische Bau mit den gotischen Zutaten identitätsstiftend besonders präsent: nicht nur im Stadtbild (dabei wieder einmal völlig frei von Baugerüsten), sondern auch im Leben der Stadt. Zahlreiche kirchliche und vor allem kulturelle Institutionen haben sich zusammengetan, um in einem reichhaltigen Programm vom Frühjahr bis in den Herbst hinein die vielschichtige Rolle dieser Hauptkirche in der Geschichte der Stadt und ihrer Gesellschaften erlebbar zu machen, in Gottesdiensten, Konzerten, Ausstellungen, Publikationen etc. Etliche gemeinnützige Förderstiftungen und auch eine Mäzenin beteiligen sich finanziell grosszügig an diesen Aktivitäten, nebst Evangelisch-reformierter Kirchgemeinde und dem kantonalen Lotteriefonds. Einen besonders nachhaltenden Beitrag ans Jubiläumsjahr bildet die Herausgabe der ersten umfassenden Buchmonographie über das Basler Münster durch die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Am 11. Oktober erlebt dieses Werk eines Autorenkollektivs von Historikern, Kunsthistorikerinnen und Archäologen seine Buchtaufe.
Über das Jubiläumsjahr hinaus Bestand hat natürlich die Stiftung Basler Münsterbauhütte, die seit ihrer Gründung 1986 für den Unterhalt des Münsters sorgt. Sie wird durch den Verein Freunde der Basler Münsterbauhütte finanziell und ideell unterstützt. Diese Freunde bilden ein wichtiges Bindeglied mit der städtischen Gesellschaft und verkörpern ihr jeweils persönliches Sorgetragen für ihr Münster

Kultur ist umspannend

Mit der Europäischen Vereinigung der Dombaumeister ist das Basler Münster (wie übrigens auch die Kathedrale von Freiburg und das Berner Münster) in ein weitgespanntes Netzwerk eingewoben. Wenige Tage nach dem Brand in Paris bekundete die Dombaumeistervereinigung seine Solidarität mit Notre-Dame durch ein konzertiertes Glockenläuten durch ihre Dome, Münster und Kathedralen. Dem jubilierenden Basler Münster erweisen die Europäischen Dombaumeister ihre Referenz dann im Oktober mit der Durchführung ihrer Jahreskonferenz in Basel.

Den informellen Abschluss findet das Basler Milleniumsjahr übrigens erst im April 2020, mit der Aufführung von Gustav Mahlers 2. Sinfonie (der sog. «Auferstehungssinfonie») im Basler Münster. Schon 1903 war sie dort erklungen, unter dem Dirigat ihres Komponisten sogar. Im Schlusssatz wird der Chor – vielleicht auch für Notre-Dame – die Verse von Friedrich Gottlieb Klopstock singen: «Aufersteh’n, ja aufersteh’n wirst du».