Best Case

by Peter Buss

Das Kernstück eines jeden guten Gesuchs an eine Förderstiftung ist der „Case“. Das ist mehr als nur eine gute und berührende Geschichte („Storytelling“). Der Case ist eine klare und überzeugende Darstellung aller Gründe, weshalb eine Stiftung einen Beitrag leisten soll zur Unterstützung des „Cause“ der Organisation, also der Sache, für die sich der Gesuchsteller selber einsetzt. Wer Antworten auf die folgenden Fragen findet, kann daraus einen schlüssigen Case formulieren:

  1. Angebot
    Handlungsbedarf: Wo liegt das Problem oder die spezielle Herausforderung, der man gegenüber steht? Weshalb ist das überhaupt relevant und inwiefern ist dies auch dringlich, sodass man jetzt was tun muss?
    Lösung: Was sind die sich daraus ableitenden Ziele und mit welchen Massnahmen und Mitteln will man diese erreichen?
    Beitrag Stiftung: Weshalb betrifft das die angefragte Stiftung? Auf welche Weise kann sie etwas Positives bewirken?
  2. Absender
    Organisation: Wer ist die anfragende Organisation und wofür steht sie?
    Kompetenz: Weshalb ist sie in der Lage, die vorgestellte Lösung zu realisieren?
    Glaubwürdigkeit: Weshalb darf die Förderstiftung der anfragenden Organisation und den für sie handelnden Menschen vertrauen?

Ist dieser Case

  • einzigartig – entweder im angepackten Problem („das sind die einzigen, die sich der auch uns wichtigen Sache annehmen“) oder in der anvisierten Problemlösung („So macht das sonst niemand“),
  • ist die vorgeschlagene Problemlösung inhaltlich und finanziell stimmig („So kann es gehen“) und
  • weckt der Case bei den Stiftungsräten ein gutes Bauchgefühl („Da würde ich gerne mitmachen“; „Da braucht es unsere Hilfe“)

hat der Gesuchsteller eine gute Voraussetzung geschaffen, dass sein Gesuch positiv aufgenommen wird.

Achtung: Jeder hat seinen eigenen Schreibstil, und das ist auch gut so. Aber für alle gilt: Keine Bücher verfassen! 5-7 Seiten A4, max. 12, sollten reichen, unabhängig davon, um wieviel Geld es geht. Und ganz wichtig: Eine Zusammenfassung am Anfang und ein knappes und übersichtliches Budget zumindest im Anhang sind zwingend. Und oft reicht schlicht das Einreichen einer kurzen Zusammenfassung zur Vorabklärung per E-Mail – den Case auf den Punkt gebracht!