von Matthias von Orelli

Die Dachstiftung – ideal für kleine und mittlere Stiftungsvermögen

Was können Stiftungen tun, wenn ihre Erträge nicht mehr für eine glaubwürdige Fördertätigkeit ausreichen? Was ist eine innovative Lösung bei der Neugründung einer Stiftung, insbesondere, wenn es sich um kleinere oder mittlere Vermögen handelt? Nicht immer ist die Errichtung einer selbständigen Stiftung empfehlenswert. Ein konsequentes und weitgehendes Kooperationsmodell ist die Dachstiftung.

Unter dem Dach einer gemeinnützigen, steuerbefreiten Stiftung können Stiftungsfonds mit individuellem Namen und Förderzweck errichtet werden. Die Dachstiftung verwaltet diese unselbständigen Stiftungen professionell, besorgt die Geschäftsführung und stellt die zweckkonforme Verwendung der Mittel sicher. Die Stifterinnen und Stifter können sich somit vollumfänglich der Fördertätigkeit widmen.

Dank der gemeinsamen Administration sind sowohl die Errichtung wie auch die Führung einer unselbständigen Stiftung effizient und kostengünstig. In der Schweiz gibt es aktuell rund neun Dachstiftungen, die sich aufgrund ihrer Geschichte, ihren inhaltlichen Schwerpunkten und den ideellen, politischen oder religiösen Ausrichtungen deutlich unterscheiden, was es potentiellen Stiftern ermöglicht, aus dieser reichen Auswahl den richtigen Dachstiftungspartner zu finden.

Kosteneffizienz ist in der Philanthropie ebenso entscheidend wie in der profitorientierten Wirtschaftswelt. Wenn man den Errichtungsprozess einer selbständigen mit jenem einer unselbständigen Stiftung vergleicht, werden bei kleineren oder mittleren Vermögen die Vor- und Nachteile rasch deutlich. Mit ihren Angeboten ermöglicht es die Dachstiftung, dass auch mit kleineren Stiftungsvermögen ein ähnlich hoher Wirkungsgrad wie jener einer grossen Förderstiftung erreicht werden kann. Neben einem individuell bestimmbaren Förderzweck verfügt der Fonds über ein separat ausgewiesenes Vermögen mit eigener Bilanz und Jahresrechnung, über einen persönlich zusammengestellten Förder-, Strategie- oder Stiftungsrat, geniesst die Unabhängigkeit bei Förderentscheiden und kann individuelle Banklösungen oder Investmentpoolings in Anspruch nehmen.

Die Vorteile sind mannigfaltig:
– Die Gründung eines Fonds in einer Dachstiftung kann einfach abgewickelt werden
– die Dachstiftung verfügt über eine bewährte Infratsruktur und professionelle Führung;
– die Steuerbefreiung ist über die gemeinnützige Dachstiftung gegeben;
– dank des Stiftungspoolings sind die Verwaltungskosten tief; die Stiftungsgründer können sich auf die gemeinnützigen Vorhaben konzentrieren, ohne für die Administration verantwortlich zu sein;
– eine Zweckänderung oder Auflösung ist viel einfacher als bei einer selbständigen Stiftung;
– da die Stiftungsgründer unter einer Dachstiftung nicht im Handelsregister eingetragen sind, ist ihnen auch eine grosse Diskretion zugesichert.

Literatur: Goran Studen: Die Dachstiftung – das Tragen und Verwalten von Unterstiftungen unter dem Dach einer selbständigen Stiftung, Helbing Lichtenhahn Verlag, Basel 2011.

Matthias von Orelli wird in der Folge aus seinem Alltag als Geschäftsführer der Dachstiftung Fondations des Fondateurs berichten und den Leserinnen und Lesern diese spezielle Form des Stiftens näher bringen.

www.dachstiftungen.ch

www.fondateurs.ch

 

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