Ohne Recherche geht gar nichts

by Peter Buss

Rasch mal ein paar Stiftungslisten durchblättern, interessant klingende Adressen auswählen und diesen Förderstiftungen dann ein Gesuch stellen – wenn es nur so einfach wäre! Die Realität ist eine ganz andere. Wenn wir glückliche Zufallstreffer und klassische Beziehungserfolge ausklammern, geschieht die Suche nach neuen passenden Stiftungspartnern in der Regel in drei Arbeitsschritten:

SuchenIdentifizierung: Mit welcher Stiftung wollen wir in Kontakt treten?

Recherche: Was wissen wir über die identifizierte Stiftung? Was nicht? Was können wir in Erfahrung bringen? Was bleibt uns verborgen?

Qualifizierung: Wie wichtig ist die recherchierte Förderstiftung für uns? Wie vervollständigen wir die Informationslage über die tatsächlich relevanten Stiftungen? Welche Förderstiftung können und wollen wir tatsächlich anfragen? A-B-C Prioritätenliste.

Die ersten beiden Schritte gestalten sich zwar schwierig, sind nun aber leichter als auch schon.  www.stiftungschweiz.ch z.B. stellt zwei Suchsysteme zur Verfügung. Die Recherche kann sich aber meistens mit den Informationen aus einer Datenbank nicht begnügen. Zumeist ist eine weitere individuelle Vorabklärung z.B. über Websites und Jahresberichte der Stiftung unumgänglich, eine Arbeit, die viele scheuen. Denn sie ist zeitintensiv. Auch ein Austausch unter Kollegen kann hilfreich sein. Am Ende geht es bei diesen ersten beiden Schritten darum, die Adressen und möglichst viele Profildaten von Förderstiftungen zu erhalten, deren Förderzweck sich mit dem eigenen Thema und Projekt deckt. Damit ist die Arbeit aber noch nicht beendet.

Sorgfältige Abklärung

Der dritte Schritt der Qualifizierung ruft zuerst nach einer A-B-C Prioritätenliste. Die tatsächlich relevanten A und B Förderstiftungen werden schliesslich vor der Gesuchstellung kontaktiert, am besten telefonisch oder per E-Mail. Wer darin keine Erfahrung hat, beginnt vielleicht mit zwei-drei C-Stiftungen auf seiner Liste, um aus diesen Kontakten zu lernen. Im Gespräch werden jene Informationen erhoben, die man noch nicht hat: Deckt sich das Projekt tatsächlich mit der Förderpolitik der Stiftung? Was sind die finanziellen Beträge, die die Stiftung spricht? An wen soll das Gesuch gerichtet werden? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wann wird entschieden? Gibt es irgendwelche Auflagen? Müssen Formulare ausgefüllt werden (Hinweis: Solche Formulare sind meistens über die Website der Stiftung abrufbar) usw. Wichtig: Nichts fragen, was man schon wissen könnte! Denn das ist peinlich und stiehlt den Gesprächspartnern die Zeit.

Kein Schuss ins Blaue

Erst wenn wirklich klar ist, dass ein Gesuch eingereicht werden kann und was die entsprechenden Anforderungen der Stiftung sind, sollte dieses auch abgeschickt werden. (Massen-) Gesuche ins Blaue strapazieren den Faktor Glück, der schon so gross genug ist, erheblich – und ärgern Förderstiftungen zu Recht.