CEPS: Zehn Jahre Philanthropie-Kompetenz an der Universität Basel

CEPS: zehn Jahre Philanthropie-Kompetenz an der Universität Basel

Was sind schon zehn Jahre an einer über 550-jährigen Universität? Fast nichts. Aber im dynamisch gewordenen Philanthropie- und Stiftungssektor sind zehn Jahre beinahe eine halbe Ewigkeit. Am 26. November 2008 erlebte das CEPS, das Center for Philanthropy Studies der Universität Basel, seine Gründungsfeier. Im vergangenen Jahrzehnt ist dieses Institut zu einem unverzichtbaren Think Tank für eine ganze Branche geworden.

Eine glänzende Erfolgsgeschichte

Das CEPS begleitet unseren Dritten Sektor und unterstützt ihn durch seine Leistungen für die universitäre Forschung und Lehre sowie für die Weiterbildung – auch über Studien und Beratungen oder an Konferenzen. Es prägt die Branche durch kluge Einwürfe über alle Medien, von der wissenschaftlichen Publikation zum breit gestreuten Newsletter, vom Studienseminar zum niederschwelligen Morgen-Workshop. Das CEPS ist über Symposien und Publikationen auch international beeindruckend unterwegs und trägt so zum Renommée des Schweizer Stiftungsplatzes bei. Aus meiner Sicht ist das CEPS eine einzige Erfolgsgeschichte wie bei seiner Entstehung wohl kaum jemand in diesem Ausmass erwartet hätte.

Dieser Erfolg ist das Verdienst ihres Gründungsdirektors Prof. Dr. Georg von Schnurbein, der mit einem interdisziplinär aufgestellten Mitarbeiterstab eine erstaunliche Dynamik an den Tag legt. In den Medien dauerpräsent, erklärt er der Schweiz auf allen Kanälen eloquent die unterschiedlichsten Phänomene von Philanthropie, zuletzt z.B. die Milliardenspende von Hansjörg Wyss für den Umweltschutz. Im universitären Lehrplan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät hat von Schnurbein schon längst Fuss gefasst. Seine ersten Promovierten verdienen auf dem Arbeitsmarkt ihre Sporen ab. Zu Hunderten haben die Weiterbildungsanwärterinnen mit den CAS und DAS zu NPO-Themen ihre ECTS-Punkte erworben oder die Intensiv-Lehrgänge in Stiftungsmanagement absolviert.

Die Interdisziplinarität und Multifunktionalität, welche das CEPS in seinem beeindruckenden Leistungsspektrum praktiziert, schlägt sich in der vielgestaltigen Philanthropie-, Stiftungs- und NPO-Szene unseres Landes nieder, zunehmend auch in der Suisse Romande. Die Intensität der Taktung des CEPS lässt sich auch an der Website des CEPS ablesen, welche zu einer ausgebauten Informations- und Service-Plattform geworden ist. Und in gar nicht so grossen Zeitabständen kann man dort so seine Überraschungen erleben – kürzlich zum Beispiel bei der Konsultation der neu aufgeschalteten Stiftungsstatistik des CEPS als Online-Tool.

Wie es zu all dem kam und wie es weitergehen wird

Die Schaffung des CEPS hatte etwas Pionierhaftes: 2008 existierten in Europa gerade mal drei derartige Institutionen; heute sind es über zwanzig. Am Anfang des CEPS hatte das Ziel von SwissFoundations gestanden, den in Umbruch befindlichen Stiftungssektor mit einer Hochschuldisziplin aufzuwerten. Koordiniert durch diesen Verband schlossen sich sechs Förderstiftungen zu einem Konsortium zusammen, das eine fünfjährige Anschubfinanzierung sicherstellte. Der Steigflug des CEPS und die darauf basierenden guten Evaluationsberichte animierten 2013 das (teilweise modifizierte) Konsortium zur finanziellen Sicherstellung einer weiteren fünfjährigen Ausbauperiode. Und soeben konnte das CEPS melden, dass für eine dritte Fünfjahresperiode ab 2019 sich nochmals neun Stiftung für eine Mitfinanzierung engagieren. Darunter befinden sich die Avina Stiftung, die Sophie und Karl Binding Stiftung, die Gebert Rüf Stiftung und die Ernst Göhner Stiftung, die mit ihrer – schlussendlich dann fünfzehnjährigen – Unterstützung des CEPS ein deutliches Zeichen kontinuierlicher Förderpolitik aussenden.
Aus Anlass seines zehnten Geburtstags organisiert das Basler Institut im Rahmen des Formats «CEPS on Tour» zehn Veranstaltungen an verschiedenen Standorten in der deutschen und französischen Schweiz. Gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern diskutiert das CEPS dabei aktuelle Themen zu Philanthropie und Gesellschaft. Sich selbst – und der Universität Basel – schenkt sich das CEPS zum runden Jubiläum eine Tagung, die 1. Basel Convention on Philanthropy, die am 19./20. November 2018 durchgeführt wird.
In ihrer internationalen Ausrichtung spiegelt diese hochkarätige Veranstaltung auf gewisse Weise ein Anliegen, dessen Erfüllung Georg von Schnurbein vorschwebt: die Schaffung einer Professur für Global Philanthropy an der Universität Basel. Bestimmt wird von Schnurbein auch diesen Pfeil aus seinem Köcher ziehen und dieses Ziel dann bald einmal erreichen.

Weiterführende Informationen:
www.ceps.unibas.ch
www.philanthropyconvention.org

Dachstiftung – bunte Vielfalt philanthropischer Ideen

Die Dachstiftung ist ein Sammelbecken philanthropischer Ideen. Ganz individuell können gemeinnützige Projekte realisiert und umgesetzt werden: kostenbewusst, effektiv und ganz auf die Förderprojekte konzentriert. All diese Einzelinitiativen tragen zum Gesamterscheinen des philanthropischen Engagements in der Schweiz bei. Wie in der 2010 erschienenen Publikation «Philanthropie in der Schweiz» (Hrsg. von Georg von Schnurbein und Steffen Bethmann) nachzulesen ist, gilt als Philanthrop jene Person, die so handelt, dass einem anderen Menschen Gutes widerfährt. Genau diese Charakteristik spiegelt sich auch in der ganzen Vielfalt der einzelnen Stiftungsfonds unter dem Dach der Fondation des Fondateurs. 45 einzigartige Ideen und 45 Möglichkeiten, diese mittels eines philanthropischen Engagements zu unterstützen. Ein paar Beispiele mögen diese Vielfalt und den Ideenreichtum unterstreichen.

  • Recycling benutzter Seifen. Die Idee hinter der Fondation SapoCycle besteht darin, benutzte Seifen aus Hotels einzusammeln, diese zu rezyklieren und anschliessend Kindern und Familien in Not zur Verfügung zu stellen, um damit einen Beitrag zur Verbesserung der Hygiene zu leisten. Die Aufbereitung der Seifen erfolgt durch ein soziales Integrationsprogramm. Zugleich regt die Stiftung Reisende und Verantwortliche der Hotelbranche dazu an, durch ihre Teilnahme am SapoCycle-Projekt philanthropisch und umweltfreundlich aktiv zu sein.
  • Ausbildung des akademischen Nachwuches. Auf dem Gebiet der Medizin fördert die Griesbach-Hallenstein-Foundation den medizinischen Nachwuchs im Bereich der Frauenheilkunde, dies zu Ehren und in Erinnerung an den deutsch-jüdischen Arzt Walter Edwin Griesbach (1888-1968), einem bedeutenden Gelehrten im klassischen Sinne, dem die Ausbildung des akademischen Nachwuchses ein tiefes Bedürfnis war.
  • Frauenförderung. Gleichsam philanthropisch ist die Initiative von Judith Weber, welche die Stiftung #Frauenarbeit ins Leben gerufen hat. Sie ist überzeugt davon, dass jedes Individuum von einem Zusammen gewinnt, daher möchte sie mit ihrer Stiftung bewirken, dass möglichst viele Frauen die wohlwollende Förderung von Kolleginnen zu einer Priorität machen. Denn an den gemeinsamen und gegenseitigen Herausforderungen kann man wachsen, weil man sich aufeinander einlassen und verlassen kann.
  • Förderung von Kindern. Um die Förderung von Kindern ging es Cristina Riesen, als sie die We Are Play Lab Foundation ins Leben gerufen hat. Diese Stiftung versteht sich als Plattform und Netzwerk, um Kinder fit für die Zukunft zu machen und deren Potential bestmöglich ausschöpfen zu können.

Diese wenigen Beispiele zeigen, wie Menschen andere Menschen in den Mittelpunkt stellen, wie sie ihr Wissen, ihre Erfahrung, vielleicht auch ihr Glück, mit anderen teilen möchten. Jede dieser philanthropischen Arbeiten bewirkt enorm viel, sei es im Kleinen oder im Grossen – und stets widerfährt anderen dabei Gutes.