Online-Kurs «Entrepreneurship in Nonprofits» | Start 1. April 2019

Was sind Nonprofit-Organisationen und was bedeutet Social Entrepreneurship?
Wie kommt soziale Innovation zustande?
Und wie erziele ich eine nachhaltige Wirkung mit meinem Projekt?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen bietet der kostenlose FutureLearn Online-Kurs «Entrepreneurship in Nonprofits», der am 1. April 2019 anläuft. Über fünf Wochen hinweg nehmen Sie Prof. Dr. Georg von Schnurbein – Direktor am Center for Philanthropy Studies der Universität Basel – und verschiedene Experten aus Wissenschaft und Praxis mit auf eine Reise durch die faszinierende Welt der sozialen Innovation.

Der Kurs richtet sich an alle, die sich für die Themen Social Entrepreneurship interessieren sowie an engagierte Menschen, die im Nonprofit-Bereich arbeiten wollen – oder bereits in diesem Gebiet tätig sind. Der Kurs vermittelt die erforderlichen Werkzeuge und das notwendige Wissen, um ein soziales Unternehmen oder Projekt aufzubauen. Und er erlaubt den Teilnehmenden, das Erlernte direkt auf ihr bestehendes oder geplantes Sozialunternehmen anzuwenden.

Der Online-Kurs wurde in Zusammenarbeit mit dem New Media Center der Universität Basel und mit Unterstützung der Fondation Botnar entwickelt.

Weitere Informationen und kostenlose Anmeldung

Was würde Andrew Carnegie heute fördern?

Kaum jemand hat das heutige Verständnis von Philanthropie stärker beeinflusst als Andrew Carnegie, der vor genau hundert Jahren, 1919, gestorben ist. Bei seiner Geburt 1835 in Schottland waren seine Eltern bettelarm und emigrierten nach Amerika. Mit grossem Fleiss und einer guten Portion Kaltschnäuzigkeit wurde Andrew Carnegie mit Geschäften in der Stahlindustrie zu einem der reichsten Männer seiner Zeit.

Im Jahr 1889 veröffentlichte er in der North American Review einen Text mit dem Titel «The Gospel of Wealth», in dem er die Reichen zur Philanthropie verpflichtete. «Der Mann, der reich stirbt, stirbt in Schande» lautet seine Schlussfolgerung und beschreibt die Motivation, die auch heute noch viele Philanthropen antreibt: Der Reichtum soll mit der Gesellschaft geteilt werden. Carnegie fordert von den Reichen, nicht auf Einmal-Effekte wie Almosen zu setzen, sondern besser in langfristige Ergebnisse zu investieren. Dazu nennt er folgende Bereiche: Universitäten, Bibliotheken und Museen, Krankenhäuser und medizinische Forschung, öffentliche Pärke, Hallen und Schwimmbäder sowie Kirchen als Zentren des sozialen Lebens.

Walk the Talk

Carnegie selbst ging mit gutem Beispiel voran: Er finanzierte in den USA, Schottland und England über 2’500 Bibliotheken, förderte Universitäten (Carnegie Mellon University), spendete für den Bau von Konzertsälen (Carnegie Hall) und zeichnete Lebensretter aus (Carnegie Trust Funds in 11 Ländern). Viele dieser Engagements bestehen bis heute, so beispielsweise auch die Schweizer Carnegie Stiftung für Lebensretter/innen. Aber auch viele andere der von ihm damals erwähnten Beispiele haben bis heute Bestand. So etwa die nach ihren Geldgebern benannten Universitäten wie Stanford, Cornell oder Johns Hopkins, die alle zu den besten der Welt zählen. Auch die Pratt Library in Baltimore oder der Schenley Park in Pittsburgh sind heute noch wegweisende Beispiele philanthropischen Engagements.

Was würde Carnegie heute fördern, um langfristige Wirkung zu erzielen?

In seinem Text macht Carnegie immer wieder deutlich, dass es ihm um die Entwicklung der Gesellschaft geht und er dabei verschiedene Aspekte im Blick hat. Zum einen will er die Leistungsfähigkeit stärken, durch Bildung und Forschung beispielsweise, und setzt dabei auf das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Zum anderen ist ihm der gesellschaftliche Zusammenhalt wichtig, durch die Finanzierung von Begegnungsplätzen in Pärken, Gemeinschaftssälen oder Kirchen.

Was heutige Philanthropen von Andrew Carnegie lernen können, sind vielleicht weniger die konkreten Förderbeispiele, sondern vielmehr die Fundiertheit und Konsequenz, mit der Carnegie vorgegangen ist. Dabei setzt er den reichen Philanthropen durchaus harte Kost vor, indem er sie in die Pflicht nimmt, für ihre Philanthropie zu arbeiten.
Besonders zwei seiner Empfehlungen sind auch heute noch so herausfordernd wie damals:

  • Es ist viel einfacher zu geben, als abzulehnen.
  • Wer etwas fördert, sollte nicht überlegen, was es kostet, sondern wie es perfekt werden kann.

Das «Gospel of Wealth» von Andrew Carnegie zum Nachlesen (lange Version auf Englisch) oder in der deutschen Kurzfassung.

Carnegie und die Schweiz:
Am 24. Mai 2019 veranstaltet die Carnegie Stiftung für Lebensretter/innen (Schweiz) in Bern ein Symposium zu Andrew Carnegie und der Entwicklung der Philanthropie heute.
Weitere Informationen finden Sie hier

 

Recht aktuell: 6. Basler Tag zum Stiftungsrecht

Recht aktuell ist die Weiterbildungsreihe der Juristischen Fakultät der Universität Basel.
Alle zwei Jahre organisiert das CEPS und die Juristische Fakultät gemeinsam den Basler Tag zum Stiftungsrecht.

Der 6. Basler Stiftungsrechtstag steht unter dem Motto «stiften und spenden» und behandelt die aktuelle Rechtslage zum Spenden aus verschiedenen Blickwinkeln. Es geht unter anderem um die Abgrenzungen des Spendens zu anderen Formen der Unterstützung, die Zweckbindung der Spende oder die steuerrechtliche Behandlung der Spende.

Weitere Informationen und Anmeldung

CEPS: Zehn Jahre Philanthropie-Kompetenz an der Universität Basel

CEPS: zehn Jahre Philanthropie-Kompetenz an der Universität Basel

Was sind schon zehn Jahre an einer über 550-jährigen Universität? Fast nichts. Aber im dynamisch gewordenen Philanthropie- und Stiftungssektor sind zehn Jahre beinahe eine halbe Ewigkeit. Am 26. November 2008 erlebte das CEPS, das Center for Philanthropy Studies der Universität Basel, seine Gründungsfeier. Im vergangenen Jahrzehnt ist dieses Institut zu einem unverzichtbaren Think Tank für eine ganze Branche geworden.

Eine glänzende Erfolgsgeschichte

Das CEPS begleitet unseren Dritten Sektor und unterstützt ihn durch seine Leistungen für die universitäre Forschung und Lehre sowie für die Weiterbildung – auch über Studien und Beratungen oder an Konferenzen. Es prägt die Branche durch kluge Einwürfe über alle Medien, von der wissenschaftlichen Publikation zum breit gestreuten Newsletter, vom Studienseminar zum niederschwelligen Morgen-Workshop. Das CEPS ist über Symposien und Publikationen auch international beeindruckend unterwegs und trägt so zum Renommée des Schweizer Stiftungsplatzes bei. Aus meiner Sicht ist das CEPS eine einzige Erfolgsgeschichte wie bei seiner Entstehung wohl kaum jemand in diesem Ausmass erwartet hätte.

Dieser Erfolg ist das Verdienst ihres Gründungsdirektors Prof. Dr. Georg von Schnurbein, der mit einem interdisziplinär aufgestellten Mitarbeiterstab eine erstaunliche Dynamik an den Tag legt. In den Medien dauerpräsent, erklärt er der Schweiz auf allen Kanälen eloquent die unterschiedlichsten Phänomene von Philanthropie, zuletzt z.B. die Milliardenspende von Hansjörg Wyss für den Umweltschutz. Im universitären Lehrplan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät hat von Schnurbein schon längst Fuss gefasst. Seine ersten Promovierten verdienen auf dem Arbeitsmarkt ihre Sporen ab. Zu Hunderten haben die Weiterbildungsanwärterinnen mit den CAS und DAS zu NPO-Themen ihre ECTS-Punkte erworben oder die Intensiv-Lehrgänge in Stiftungsmanagement absolviert.

Die Interdisziplinarität und Multifunktionalität, welche das CEPS in seinem beeindruckenden Leistungsspektrum praktiziert, schlägt sich in der vielgestaltigen Philanthropie-, Stiftungs- und NPO-Szene unseres Landes nieder, zunehmend auch in der Suisse Romande. Die Intensität der Taktung des CEPS lässt sich auch an der Website des CEPS ablesen, welche zu einer ausgebauten Informations- und Service-Plattform geworden ist. Und in gar nicht so grossen Zeitabständen kann man dort so seine Überraschungen erleben – kürzlich zum Beispiel bei der Konsultation der neu aufgeschalteten Stiftungsstatistik des CEPS als Online-Tool.

Wie es zu all dem kam und wie es weitergehen wird

Die Schaffung des CEPS hatte etwas Pionierhaftes: 2008 existierten in Europa gerade mal drei derartige Institutionen; heute sind es über zwanzig. Am Anfang des CEPS hatte das Ziel von SwissFoundations gestanden, den in Umbruch befindlichen Stiftungssektor mit einer Hochschuldisziplin aufzuwerten. Koordiniert durch diesen Verband schlossen sich sechs Förderstiftungen zu einem Konsortium zusammen, das eine fünfjährige Anschubfinanzierung sicherstellte. Der Steigflug des CEPS und die darauf basierenden guten Evaluationsberichte animierten 2013 das (teilweise modifizierte) Konsortium zur finanziellen Sicherstellung einer weiteren fünfjährigen Ausbauperiode. Und soeben konnte das CEPS melden, dass für eine dritte Fünfjahresperiode ab 2019 sich nochmals neun Stiftung für eine Mitfinanzierung engagieren. Darunter befinden sich die Avina Stiftung, die Sophie und Karl Binding Stiftung, die Gebert Rüf Stiftung und die Ernst Göhner Stiftung, die mit ihrer – schlussendlich dann fünfzehnjährigen – Unterstützung des CEPS ein deutliches Zeichen kontinuierlicher Förderpolitik aussenden.
Aus Anlass seines zehnten Geburtstags organisiert das Basler Institut im Rahmen des Formats «CEPS on Tour» zehn Veranstaltungen an verschiedenen Standorten in der deutschen und französischen Schweiz. Gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern diskutiert das CEPS dabei aktuelle Themen zu Philanthropie und Gesellschaft. Sich selbst – und der Universität Basel – schenkt sich das CEPS zum runden Jubiläum eine Tagung, die 1. Basel Convention on Philanthropy, die am 19./20. November 2018 durchgeführt wird.
In ihrer internationalen Ausrichtung spiegelt diese hochkarätige Veranstaltung auf gewisse Weise ein Anliegen, dessen Erfüllung Georg von Schnurbein vorschwebt: die Schaffung einer Professur für Global Philanthropy an der Universität Basel. Bestimmt wird von Schnurbein auch diesen Pfeil aus seinem Köcher ziehen und dieses Ziel dann bald einmal erreichen.

Weiterführende Informationen:
www.ceps.unibas.ch
www.philanthropyconvention.org

Wie Top-Unternehmen in der Schweiz über ihr philanthropisches Engagement berichten – Tipps

Die Ergebnisse der CEPS-Studie machen deutlich, wie die Kommunikation noch verbessert werden kann. Dazu sind insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Gehen Sie von ressourcenorientierter zu evidenzbasierter Berichterstattung
  • Grenzen Sie Corporate Philanthropy von Sponsoring-Aktivitäten deutlich ab
  • Unterscheiden Sie unternehmenseigene von Mitarbeitenden- oder Kundenspenden
  • Stellen sie eine ausgewogene Balance zwischen Storytelling und Faktenmittteilung her
  • Erleichtern Sie die Zugänglichkeit der Informationen auf Webseiten bzw. in Berichten