Von der Stiftungsplattform zum Portal für die Schweizer Philanthropie

«Unterwegs in die Zukunft der Philanthropie»

Am 26. September 2019 lud StiftungSchweiz ins Cabaret Voltaire und über 110 interessierte Gäste folgten der Einladung.  Wo vor fünf Jahren die Lancierung der ersten Stiftungsplattform gefeiert wurde, startete an diesem Abend der Countdown zur Lancierung des neuen Portals für die Schweizer Philanthropie. Mit dieser Weiterentwicklung werden neben Stiftungen und Projektträgern künftig auch Privatspender und weitere Anspruchsgruppen, wie Firmen, Grossspender und Dienstleister mit innovativen digitalen Lösungen bedient. Ausgeklügelte Produkte und Dienstleistungen, die in Zusammenarbeit mit starken Partnern mehr Effizienz, mehr Transparenz und mehr Freude in die Philanthropie bringen sollen.

Der Countdown läuft!

Am 21. Oktober 2019 geht das neue Portal live.

Ein Vorgeschmack gefällig?

Tauchen Sie ein und lassen Sie sich überraschen. Wir freuen uns auf viele interessierte Besucher, die dieses Portal für ihre Organisationen, Projekte und philanthropischen Vorhaben nutzen und dies bis Ende 2019 sogar kostenlos! Jetzt Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben

 

 

 

Die Stiftungslandschaft wächst und wächst

Der Stiftungssektor Schweiz ist und bleibt attraktiv. Dies zeigen die aktuellen Zahlen der Neugründungen im 3. Quartal 2019. Wobei auch in diesem Quartal die Förderstiftungen mit 46 knapp gefolgt von den operativen Stiftungen vorne liegen.

Bei den Wirkungsbereichen fokussieren die neugegründeten Stiftungen weiterhin auf «Kunst, Kultur Freizeit» (40), «Bildung» 39 und «Soziales» (33 Neugründungen).

Zur detaillierten Übersicht der Neugründungen

Zehn Jahre liechtensteinisches Stiftungsrecht – Lehren für die Schweiz?

Während in der Schweiz in den letzten Monaten des Untergangs des Bankgeheimnisses vor zehn Jahren gedacht wurde, blickt man 2019 im Fürstentum Liechtenstein (das ja gerade sein dreihundertjähriges Landesjubiläum feiert) auf zehn Jahre des neuen Stiftungsrechts zurück, welches im April 2009 in Kraft getreten ist. Spätestens auf den zweiten Blick haben diese beiden Ereignisse einen inneren Zusammenhang: Die zwei Nachbarstaaten mit dem Schweizer Franken als Landeswährungen mussten infolge des internationalen Drucks ihre Finanzplatzstrategien anpassen. In Liechtenstein war die Totalrevision des Stiftungsrechts ein wichtiger Pfeiler dieser Anpassung.

Liechtensteiner Stiftungen: gemeinnützig – privatnützig – gemischt

Ein Kernelement davon ist die Definition des Typs der «Gemeinnützigen Stiftung» liechtensteinischen Rechts, welche sich deutlich abhebt von den traditionellen privatnützigen Stiftungen, den Familienstiftungen, die weiterhin bestehen bleiben können und im Stiftungsrecht ebenfalls neu geregelt wurden. Diese privatnützigen oder eigennützigen müssen auch künftig nicht in einem Stiftungsregister eingetragen sein und unterstehen nicht der Stiftungsaufsicht (STIFA). Nach einer Schrumpfkur infolge des Abflusses von Schwarzgeldern sind von den ursprünglich etwa 50’000 Privatstiftungen noch etwa 16’000 übriggeblieben. Und diese bleiben eine Welt für sich, die uns hier nicht weiterbeschäftigen soll. Im Gegensatz zu den privatnützigen Stiftungen sind die gemeinnützigen Stiftungen steuerbefreit. Angesichts der eh schon tiefen Körperschaftssteuern in Liechtenstein ist dieser «Bonus» der Steuerbefreiung jedoch nicht so hoch.
Aus Schweizer Sicht gewöhnungsbedürftig ist, dass eine Stiftung als gemeinnützig gelten kann, auch wenn sie bloss «überwiegend» und nicht ganz den gemeinnützigen Zwecken verpflichtet ist. Es wurde sogar der Typ der «gemischten Stiftung» mit teils gemeinnützigen, teils eigennützigen Zielen geschaffen. Derartige Stiftungen sind freilich nicht steuerbefreit. Im Zusammenhang mit Gemeinnützigkeit und Steuerbefreiung muss dabei beachtet werden, dass das liechtensteinische Stiftungsrecht eine besondere Komplexität aufweist, indem das Gesetz einerseits einen privatrechtlichen andererseits einen steuerrechtlichen Begriff der Gemeinnützigkeit kennt. Bei den Kriterien für die Steuerbefreiung der gemeinnützigen Stiftung scheinen die liechtensteinischen Steuerbehörden dabei ähnlich konsequent zu handeln wie deren Pendants in der Schweiz.

Aufsicht, Governance, Forschung

Eine nicht minder wichtige Neuerung ist die konsequente Implementierung einer zweistufigen Kontrolle bei den gemeinnützigen Stiftungen: Einerseits über eine (weitgehend) obligatorischen Revisionsstelle, andererseits über eine staatliche Stiftungsaufsicht mit weitgehenden Befugnissen.
Es besteht neu eine Registrierungspflicht insofern als eine gemeinnützige Stiftung erst mit dem Eintrag im Handelsregister Rechtspersönlichkeit erlangt. Nach einem steilen Anstieg zu Beginn hat sich die Zahl der eingetragenen gemeinnützigen Stiftungen zwischen 1300 und 1400 eingependelt.
In gewissem Sinne folgerichtig wurde 2010 ein eigener Stiftungsverband gegründet, die Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen und Trusts (VLGST). Mit ihren mittlerweile etwa 90 Mitgliedern erreichen die liechtensteinischen gemeinnützigen Stiftungen einen Organisationsgrad, der immerhin etwa doppelt so hoch ist wie jener in der Schweiz. Die VLGST will sich der Förderung der Philanthropie widmen und möchte einen Beitrag zur Reputation des Finanzplatzes leisten. Dazu erhebt die Vereinigung auch periodisch statistische Zahlen, da die staatliche Verwaltung (ebenso wenig wie in der Schweiz) solche nicht liefert. Auch wenn diese nicht repräsentativ sein können, bieten die Umfrageresultate doch starke Indizien, dass sehr hohe 90 % der Ausschüttungen durch die gemeinnützigen Stiftungen im Ausland (auch in der Schweiz) getätigt werden.
Seit 2009 existiert an der Universität Vaduz auch ein Lehrstuhl für Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht, der von Prof. Francesco A. Schurr besetzt ist. Mit seiner Forschungs-, Lehr- und Vortragstätigkeit ist er auch ein engagierter und kundiger Kommentator des Stiftungsplatzes Liechtenstein.

Welche Lehren für die Schweiz?

Manches, was Sie hier lesen, mag Sie an die Verhältnisse in der Schweiz erinnern, der in den vergangenen zwanzig Jahren ebenfalls grosse Veränderungen erfahren hat.
Aus Schweizer Sicht ist allerdings einiges am liechtensteinischen Stiftungsrecht neuen Stils «gewöhnungsbedürftig». Dessen erstaunlich hohe Detaillierungsgrad auf den Seiten 384-406 des Personen- und Gesellschaftsrechts kontrastiert mit den knappen zehn Artikeln im Schweizerischen Ziivilgesetzbuch. Für einmal wird die Design-Lösung durch die organisch gewachsene geschlagen, finde ich.
Kaum mit hiesigen Vorstellungen vereinbar ist das mögliche Recht eines Stifters, die Stiftungsgründung zu widerrufen. Dass eine gemeinnützige Stiftung die Steuerbefreiung erhält, auch wenn nur ein bestimmter Personenkreis durch die Stiftungstätigkeit gefördert wird, der Destinatärskreis somit ein geschlossener ist, ginge bei unseren Steuerbehörden auch nicht durch. Die spezifisch liechtensteinische Regelung, wonach in einem Stiftungsrat mindestens ein Mitglied befugter Treuhänder sein muss, widerspricht dem Empfinden in der Schweiz, ebenso wie die Regelung, wonach juristische Personen Mitglied eines Stiftungsrats sein können.
Die Flexibilität des liechtensteinischen Stiftungsrechts hat, z.B. mit der Option einer gemischten Stiftung, etwas Verführerisches. Aber den Langzeit-Härtetest hat es – mit Blick auf die immer rigoroseren internationalen Finanzmarkt- und Transparenz-Regelungen (AIA lässt grüssen!) – auch nach zehn Jahren noch nicht bestanden.

Die Website der Vereinigung der liechtensteinischen gemeinnützigen Stiftungen und Trusts VLGST hält eine Vielzahl von Unterlagen und Publikationen zum Stiftungsplatz Liechtenstein bereit.

Veranstaltungshinweis:

Die Universität Vaduz organisiert im Rahmen des Liechtensteinischen Stiftungsrechtstags 2019 am 14. November eine Tagung mit dem Titel «10 Jahre Neues Stiftungsrecht: Bestandsaufnahme und Perspektiven».


Illustration: Benno Schubiger

Wie leicht ist Impact Investing mit dem eigenen Stiftungszweck möglich?

Kommt die Rede auf Impact Investing, dann ist damit meistens gemeint, dass gleichzeitig eine soziale respektive ökologische und eine finanzielle Rendite erreicht und beide Renditen auch gemessen werden sollten. Diese Umschreibung lässt durchaus Spielraum zu, was alles unter Impact Investing verstanden werden kann. Die Abgrenzung geschieht dabei am einen Ende des Spektrums gegenüber nachhaltigen Anlagen, am anderen Ende gegenüber reinem philanthropischem Engagement. Die Herausforderung besteht darin, dass sich einerseits das Investment lohnt und andererseits ein gesellschaftlicher Nutzen entsteht.

Eine typische Investitionsmöglichkeit sind Sozialunternehmen. Wie ein solches konkret ausgestaltet sein kann, zeigt das Beispiel des Sozialunternehmens in Tansania von einem der Teilnehmenden des CAS Global Social Entrepreneurship des CEPS. Das Sozialunternehmen beschäftigt insbesondere junge Frauen und Mütter, die sonst keine Stelle finden würden. Diese stellen Briketts her, welche dann zu einem angemessenen Preis an Schulen und die lokale Bevölkerung verkauft werden. Einerseits wird durch den Verkauf der Briketts ein Ertrag generiert, der die Rückzahlung von Darlehen und anderen Investitionen ermöglicht. Andererseits schafft das Sozialunternehmen nicht nur Arbeitsplätze, sondern fördert die Gesundheit, denn das Verbrennen von Briketts produziert weniger Rauch als das Einfeuern mit Holz. Der Beitrag zu einer sozialen Rendite scheint bei diesem Investitionsobjekt klar und wenig widersprüchlich.

Es gibt jedoch auch Fälle, in welchen dies nicht so eindeutig ist. Die Orientierung am eigenen Stiftungszweck kann dann hilfreich sein. Dies kann auch zur Schlussfolgerung führen, dass Impact Investing im Bereich des eigenen Zwecks nur schwer umsetzbar ist. Setzt sich eine Stiftung beispielsweise für die Rechte von Kindern ein, wird es schwierig sein ein Investitionsobjekt zu finden, welches in diesem Bereich sowohl eine soziale als auch eine finanzielle Rendite erzielt. Setzt sich eine Stiftung jedoch für bezahlbaren Wohnraum ein, so liegt Impact Investing quasi auf der Hand.

Zudem sollte das Risikos des sogenannten «Mission Drift» beachtet werden. Dies ist das Risiko, dass im Verlauf der Zeit Abstriche bei der sozial-ökologischen zugunsten der finanziellen Rendite gemacht werden. Die Überprüfung der sozialen respektive ökologischen Rendite hilft dabei, das Risiko eines sogenannten «Mission Drifts» zu reduzieren.

Neben diesen Aspekten gilt es natürlich auch die gesetzlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen. Diese sind für Stiftungen je nach Art und Ausmass der Umsetzung des Impact Investings unterschiedlich. Zusammenfassend können folgende drei Fragen bereits für eine erste Analyse hilfreich sein:

  • Gibt es in mindestens einem unserer Förderbereiche die Möglichkeit, unternehmerisch Geld zu verdienen?
  • Wie weit weg von unserem Förderbereich sind Impact Investing-Möglichkeiten und auf wie viel Rendite müssten wir dafür wahrscheinlich verzichten?
  • Wie verhindern wir, dass in Organisationen, in welche wir investiert haben, Mission Drift entsteht?

Redet miteinander! Stiftungsgespräch am 1. Oktober 2019

Die Veranstaltung von Swissfoundations beleuchtet das komplizierte Verhältnis zwischen Politik und gemeinnützigem Stiftungssektor. Auf beiden Seiten sind oft Unverständnis und fehlendes Wissen über den anderen anzutreffen. Die Stiftungswelt hegt das Vorurteil, der Staat sei bürokratisch, ineffizient und seine Strukturen überholt. Der Politik mangelt es häufig am Verständnis über Funktionsweise und Leistungsfähigkeit des Stiftungssektors. Und so scheuen beide Diskussionen und Kooperationen.

Aber: Es kommt Bewegung in die Beziehung. In den Kantonen Genf, Aargau und Bern werden Strategien zur Förderung philanthropischen Engagements erarbeitet, im Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt wurde ein Vorstoss zur Steigerung der Dynamik des Stiftungsstandortes eingereicht.

Wie wichtig ein konstruktiv geführter Dialog ist, zeigt der Blick nach Europa. Auch wenn die Verhältnisse mitnichten verglichen werden können, löst die Einschränkung des Gestaltungsspielraums für zivilgesellschaftliches und stifterisches Wirken in Ländern wie Ungarn, Polen, Russland oder der Türkei auch bei uns Besorgnis aus. Woher kommt dieses Misstrauen zwischen Mäzenen und Stiftungen auf der einen und Politik und Gesellschaft auf der anderen Seite?

Das Stiftungsgespräch 2019 spürt dem Verhältnis von Politik und Stiftungen nach, forscht nach den Ursachen und stellt die Frage, wie der aufflammende Dialog in Schwung gebracht werden kann und wem dabei welche Rolle und Aufgabe zufällt.

Programm

Ab 17:30 Eintreffen der Gäste
Ab 17:50 Begrüssung | Beate Eckhardt, Geschäftsführerin SwissFoundations

Ab 18:00 Warm Up | Einführung und gemeinsame Diskussion

Ab 18:45 Redet miteinander!

  • Barbara Bleisch, Philosophin und Moderatorin Sternstunde Philosophie (SRF), im Gespräch mit Anja Wyden Guelpa und Andri Silberschmidt.
  • Anja Wyden Guelpa hat als ehemalige Genfer Staatskanzlerin die Entwicklung der ersten kantonalen Stiftungsstrategie vorangetrieben und verantwortet. Heute ist Anja Wyden Guelpa unter anderem als Direktorin des civicLab und Dozentin tätig.
  • Andri Silberschmidt ist seit 2011 politisch aktiv, Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz und Vorstandsmitglied der FDP Schweiz. Aktuell kandidiert Andri Silberschmidt für den Nationalrat.

Ab 19:45 | Drinks, Food and Talks

Referenten

Veranstaltungsort
KOSMOS | Lagerstrasse 104 | 8004 Zürich

Anmeldung

 

 

Die Stiftungen im medialen Sommerloch

Meistens braucht es einen Skandal – einen vermeintlichen oder einen echten – bis sich unsere Medien auch einmal den Stiftungen zuwenden. Aber in diesem Sommer war es anders: Die Stiftungen erlangten ungewöhnlich grosse Medienaufmerksamkeit – fast ohne Skandalisierung. Ein Zufall? Oder vielmehr ein Tribut an die Sauregurkenzeit?

Medienberichte zur interessanten Steuerstudie von SwissFoundations und PWC entliessen uns in die Sommerpause. Im Feriengepäck hatten wir das Stiftungsdossier «Reformstau» in der Doppelnummer Juli/August des «Schweizer Monat» – mitkonzipiert und mitfinanziert von SwissFoundations. Unterwegs lauschten wird dem Tagesgast von Radio SRF2 Nathalie Unternährer von der Christoph Merian Stiftung. Und im Liegestuhl dann lasen wir das ganzseitige Porträt über die Ernst Göhner Stiftung in der Neuen Zürcher Zeitung. Den stiftungsmedialen Basso continuo freilich bildete die siebenteilige Radioserie der samstäglichen Wirtschaftssendung «Trend» welche am 17. August ihren Abschluss fand.

Die «Trend»-Sommerserie zu den Stiftungen

In den sieben etwa 25-minütigen Sendungen, die von nicht weniger als 11 Redaktorinnen und Redaktoren gestaltet wurden, kamen gesamthaft 23 Protagonistinnen und Protagonisten zu Wort: Professoren, Stiftungsaufsichtsvertreterinnen, Verbandsexponenten, Stiftungsexperten, Gesuchsteller etc. (Allererster Interviewgast der ganzen Serie war übrigens Peter Buss von StiftungSchweiz, die diesen Blog verbreitet). Sie äusserten sich zum fast ganzen Spektrum der Themen, welche unsere Stiftungen berühren. Zuerst zum nicht immer einfachen Verhältnis zwischen Förderstiftungen und Gesuchstellern. Oder zu den Bezügen zwischen Stiftungen und Staat und somit zu Steuerfragen. Dann wurde der interessanten Frage nachgegangen, inwiefern die moderne Blockchain- Technologie in der Schweizer Stiftung ihre passende Rechtsform gefunden hat. Mit der Unternehmensstiftung und der Kirchlichen Stiftung wurden zwei wichtige, aber weniger bekannte Stiftungstypen schwerpunktmässig porträtiert.

In den kumuliert fast drei Sendestunden kam somit eine Vielzahl relevanter Themen zur Sprache. Über die Sendeform von abwechslungsreich gestalteten Features dürfte es gelungen sein, einem breiteren Publikum den Facettenreichtum unseres Stiftungswesens näher zu bringen. Freilich betrachte ich die Sendereihe nicht in allen Punkten als ganz gelungen. So befürchte ich, dass die grundsätzlichen Unterschiede bezüglich der Besteuerung von Stiftungen in ihren diversen Ausformungen nicht glasklar rübergekommen sind. Der Stimmbürger und Steuerzahler muss wissen, dass strenge Anforderungen an die Steuerbefreiung der Gemeinnützigen Stiftungen bestehen – Bedingungen, welche Unternehmensstiftungen und Familienstiftungen nicht erfüllen können. Aber wenn sogar ein Mitglied des Moderatorenteams nicht trennscharf unterscheiden kann, ist hier kaum Klarheit zu erreichen. So gesehen ist auch bedauerlich, dass dem Typus der Familienstiftung kein grösserer Raum gewährt wurde. Wie es auch schade ist, dass in der Sendung über die Unternehmensstiftungen zwei ganz untypische Beispiele abgehandelt wurden – so wunderbare Fälle die Edith Maryon Stiftung und die Victorinox-Stiftung auch darzustellen vermögen.

Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Sendungen grosser Objektivität bemühten. Dazu gehört selbstverständlich auch kritisches Hinterfragen. Wobei es dann passierte, dass bei der Frage nach der Transparenz bei den Kirchlichen Stiftungen der Vertreter des Bistums Chur den Befrager ins Leere laufen liess, nämlich mit dem Argument, dass die Privatstiftungen ja auch intransparent seien. Es ist ein Manko der ganzen Sendereihe, dass diese nicht laut und deutlich das hängige politische Postulat thematisiert hat: dass der Gesetzgeber für alle Stiftungen mittels offizieller Listen und Statistiken für eine grössere und breitere Transparenz im gesamten Stiftungswesen sorgen sollte.

Und wer den Skandal hier nicht findet, der sucht ihn halt im Ausland

Einen Schwachpunkt der Trend-Sendereihe zu den Stiftungen bildete die letzte Sendung, die sich dem Stiftungsplatz Liechtenstein widmete. Das Fürstentum hat eine dermassen andere Stiftungstradition als die Schweiz, dass man mit deren Einbezug nur Verwischungen und Missverständnisse provozieren konnte – insbesondere indem man sich süffig des Liechtensteiner Stiftungsplatzes in der Vergangenheit widmete und beinahe ausser Acht liess, dass ein neues Liechtensteinisches Stiftungsrecht vor exakt zehn Jahren begann, den Stiftungsplatz komplett – und zum Guten – umzukrempeln. Die Redaktoren hätten den Gestalter des neuen Liechtensteinischen Stiftungsrechts befragen können, der an der Universität Zürich lehrt, oder den Inhaber eines Lehrstuhls für Stiftungen an der Universität Vaduz. Sie kamen ebenso wenig zum Zuge wie die Vereinigung der Liechtensteinischen Gemeinnützigen Stiftungen VLGS. Ich werde in meinem Blog-Beitrag des Monats September versuchen, bei einem Blick über die Landesgrenzen den Stiftungsstandort Liechtenstein in adäquater Weise darzustellen.

Zum Ferienende dann doch noch ein Schweizer Stiftungsskandal? Oder ein Justizirrtum?

Ausgerechnet an Maria Himmelfahrt war es, dass zahlreiche Schweizer Medien über einen Urteilsspruch des Aargauer Obergerichts berichteten: Die Stiftung für Forschung in Spätantike und Mittelalter in Zurzach müsse infolge Verjährung die Dokumentationen zur archäologischen Ausgrabung in der St. Galler Stiftskirche vor über fünfzig Jahren nicht an den Kanton St. Gallen aushändigen. Stiftungspräsident Hans Rudolf Sennhauser hatte in den sechziger Jahren die Grabungen in diesem nachmaligen UNESCO Weltkulturerbe geleitet, deren wissenschaftliche Ausarbeitung und Publikation aber bis heute nicht geleistet. «Unfassbar!» – schreibt Lilian Raselli, Museumsleiterin von Augusta Raurica: «Ein Urteil mit nicht abzusehenden Folgen für die archäologische Forschung in der Schweiz!» – Unfassbar die Begründung des Aargauer Obergerichts: Es beurteilt eine Dokumentation nicht als zwingenden Bestandteil von Ausgrabungen (!).

Ex post stellt sich hier doch die Frage: Waren die Stiftungsratsmitglieder der Stiftung für Forschung in Spätantike und Mittelalter bei deren Gründung im September 2009 bloss Besitzer oder aber rechtmässige Eigentümer der in die Stiftung eingelegten Dokumentationen und archäologischen Fundstücke? Wir werden die letztinstanzliche Beantwortung dieser Frage nicht erfahren: Der Kanton St. Gallen als Kläger verzichtet auf einen Weiterzug des Falles ans Bundesgericht. Aber vielleicht reift ja nun die Erkenntnis, dass Stiftungsaufsichten künftig verstärkt die Eigentümerverhältnisse auch von nicht-pekuniären Einlagen in gemeinnützige steuerbefreite Stiftungen überprüfen sollte.


Illustration: Alphons
© Peter Gut, Winterthur

 

Wie zufrieden sind Ihre Mitarbeitenden?

Die Mitarbeiterzufriedenheit ist der Nr. 1 Erfolgsfaktor für wissensbasierte Organisationen. NPO gelingt es besonders gut ihre Mitarbeitenden zu motivieren. Aber wird diese Stärke auch gepflegt und regelmässig analysiert?

Für Business-Leute gilt: „You can’t manage what you can’t measure.“ In allen Management-Zahlen steckt aber der „Fluch der Effizienz“. Unternehmen konzentrieren sich so sehr auf Effizienz, dass sie über die Effektivität straucheln. Anstatt sich auf ihr Kernziel zu konzentrieren, achten sie zu sehr auf begrenzte Messgrössen wie Kostensenkung etc. Aber noch relevanter: Das Streben nach Effizienz kann Manager so kaltschnäuzig machen, dass sie Dinge mehr mögen, als sie Menschen mögen. Würden alle Mitarbeitenden durch Roboter ersetzt, wäre die Führung eines Geschäfts viel einfacher. Auch wenn nicht alle so krass denken, so zeigt der Begriff „Human Ressources“ doch die latente Versuchung, Menschen in Dinge zu verwandeln.

In meinem Blog-Beitrag vor eineinhalb Jahren habe ich dargelegt, was die „For-Profit“-Welt von den NPO in den Bereichen Mitarbeitermotivation und Marketing lernen kann. Ich denke, das hat sich sogar noch verstärkt – vor allem in der Mitarbeiterführung.

Da NPO mit vergleichsweise wenig Zahlen ihr Geschäft führen müssen, müssen sie mehr ihren Mitarbeitenden vertrauen. Der positive Effekt: höhere Mitarbeitermotivation. Die Mitarbeiterzufriedenheit hat einen wesentlichen positiven Zusammenhang mit der Kundenbindung und einen negativen Zusammenhang mit der Mitarbeiter-Fluktuation. Nicht erstaunlich, aber gut zu wissen, dass das erst kürzlich erneut nachgewiesen wurde. Die Studie basierte auf Daten des Meinungsforschungsinstituts Gallup und umfasst 1,9 Millionen Mitarbeitende in 230 verschiedenen Organisationen in 73 Ländern.

Korrelation beweist natürlich keine Kausalität. Es könnte sein, dass die Arbeit für ein erfolgreiches Unternehmen die Mitarbeiter zufriedener macht als umgekehrt. Frühere Studien konnten jedoch zeigen, dass Verbesserungen der Arbeitsmoral einer Produktivitätssteigerung vorausgehen – eher als umgekehrt.

Es lohnt sich also herauszufinden, wie zufrieden die Mitarbeitenden sind, und wie sich die Zufriedenheit über die Zeit verändert. Und obwohl oder gerade weil NPO in diesem Bereich besser als For-Profit-Organisationen sind, macht es Sinn dieser Stärke besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Aber wie? Im Internet bin ich auf einen Service gestossen, den es sich zu testen lohnt. „Friday“. „Friday“ gibt es seit letztem Jahr. Und ihre Kundenliste ist schon ziemlich beeindruckend.

Für NPO gilt zwar oft: „You must manage what you can’t measure.“ Und das kann sogar ein Vorteil sein, um nicht dem „Fluch der Effizienz“ zu verfallen. Bei der Mitarbeiterzufriedenheit allerdings dürfte es ich lohnen, regelmässig über den Stand orientiert zu sein.

Anmerkung des Autors: Ich bin weder an Friday beteiligt, noch habe ich den Service ausprobiert. Erfahrungsberichte sind als Kommentar auf diesem Blog willkommen.
Artikel teilweise in Anlehnung an „The curse of efficiency“ und „Employee happiness and business success are linked“, The Economist 27. Juli und 1. August 2019

📌 Tipp: „Friday“ misst wöchentlich die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, analysiert sie und leitete das Resultat anonym an alle in der Organisation zurück. „Friday“ gibt auch Empfehlungen zur Verbesserung. Damit werden die Teams ermutigt, jede Woche über ihre Ergebnisse zu sprechen und zu diskutieren, was in der nächsten Woche verbessert werden könnte.

Wie gelingt ein gutes Wissensmanagement innerhalb einer Organisation?

Man sieht es fast schon vor dem inneren Auge, das kollektive Haare-Raufen beim Stichwort Wissensmanagement. Zugegeben, der Umgang mit Wissen innerhalb einer Organisation ist keinesfalls einfach – doch gibt es genügend niederschwellige Formen, die dies erleichtern.

Wir leben in einer Wissensgesellschaft und als besonders wissensintensive Organisationen kommen auch – oder gerade – Nonprofit-Organisationen (NPO) nicht um die Frage herum, wie sie mit ihrem Wissen umgehen sollen. Insbesondere zwei Gründe sprechen für einen bewussten Umgang mit dem Thema Wissen: Organisationen setzen sich aus Individuen zusammen, was die Umwandlung von individuellem in kollektives Wissen erfordert. Zudem hilft Wissensmanagement NPO dabei, ihre eigenen Praktiken bewusst zu überdenken und weiterzuentwickeln, wodurch die Effizienz und Effektivität beim Schaffen sozialen Nutzens gesteigert wird.

Wie muss man sich Wissensmanagement vorstellen?

In der Literatur lassen sich verschiedenste Modelle finden, welche Wissensmanagement in einer idealtypischen Form darstellen (siehe Fussnote). Eine Gemeinsamkeit sticht dabei ins Auge: Wissensmanagement ist kein stufenförmiger Prozess mit klarem Anfang und Ende, sondern sollte als ein sich stets wiederholender Kreislauf verstanden werden. Zusammengefasst geht es darum, durch geeignete Mechanismen das Wissen der Individuen zu Wissen der Gesamtorganisation zu machen und damit wiederum die Fähigkeiten aller Mitarbeitenden zu fördern und weiterzuentwickeln. Besonders deutlich macht dies die sogenannte Wissensspirale von Nonaka und Takeuchi:

Schön und gut, aber wie macht man das?

Ernstgemeintes Wissensmanagement passiert nicht von allein. Mitarbeitende müssen bereit sein, ihr Wissen weiterzugeben und neues Wissen zu nutzen und natürlich müssen sie Zeit hierfür haben. Dies alles erfordert ein ernsthaftes Bekenntnis der Organisation zum Wissensmanagement, eine Organisationskultur, welche dies unterstützt und das Schaffen genügend grosser Freiräume für Mitarbeitende, sich mit dem eigenen Wissen und dem Wissen ihrer Mitarbeitenden beschäftigten zu können. Finanzielle Ressourcen sind in der NPO-Welt ein knappes Gut, daher geht es realistischerweise primär darum eine offene – eher informelle – Austauschkultur zu fördern und Transparenz bezüglich personalisiertem Wissen der Mitarbeitenden zu gewährleisten:

 

  • Schaffen Sie Möglichkeiten für informellen Dialog, beispielsweise im Rahmen offener Veranstaltungsformate oder durch die Förderung informeller Gespräche in den Büro-Gängen. Der Austausch von Geschichten ist ein einfaches, starkes und identitätsförderndes Mittel, um Wissen in der Organisation zu sammeln und zu verbreiten.
  • Ermöglichen Sie das Festhalten von Erfahrungswissen. Beispielsweise könnten Mitarbeitende während oder nach Veranstaltungen oder Projekten Kurzzusammenfassungen in schriftlicher, Film- oder Audioform für das Team zur Verfügung stellen. Auch die Nutzung von (knapp gehaltenen) Wikis oder Blogs ist relativ unkompliziert und ermöglicht eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Wissen und dem der Mitarbeitenden.
  • Stellen Sie sicher, dass Mitarbeitende wissen, wer welches Wissen besitzt. Eine «Wissensträger-Landkarte» kann hier eine gute Option sein.
  • Ziehen Sie den Einsatz eines internen Mentoring-Systems in Betracht. Insbesondere bei Neueintritten und bei bevorstehenden Austritten kann dies als wichtiges Instrument zur Wahrung von Wissen in der Organisation dienen.

Lettieri, E.; Borga, F.; Savoldelli, A. (2004). Knowledge management in non-profit organizations. Journal of Knowledge Management, Vol. 8(6), 16–30.

Nonaka, I.; Takeuchi, H. (2012). Die Organisation des Wissens: Wie japanische Unternehmen eine brachliegende Ressource nutzbar machen. 2. Auflage, Frankfurt am Main: Kampus Verlag.

Probst, G.; Raub, S.; Romhardt, K. (2012). Wissen managen: Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen. 7. Auflage, Wiesbaden: Springer Gabler.

Wissensmangement in Nonprofit-Organisationen ist Teil des CAS Nonprofit Governance & Leadership des CEPS

Alles hat seinen Preis und jedes seinen Award

Die Kulturschweiz feiert dieses Jahr das Zentenarium der Verleihung des ersten Nobelpreises für Literatur an einen Schweizer – an Carl Spitteler. Unser Kulturminister Alain Berset beehrte im Frühjahr den Festakt zu Spittelers Ehren in Liestal, wo im Dichter- und Stadtmuseum noch bis Ende Jahr eine sehenswerte Ausstellung über den Nobelpreisträger von 1919 zu sehen ist. Der Nobelpreis in allen seinen Sparten ist die Mutter aller Preise und hat entsprechend auch Nachahmer gefunden.

Preisende und Bepreiste

Was die von einer schwedischen resp. von einer norwegischen Stiftung vergebenen Nobelpreise auszeichnet, das sind die profilierten Fachjurys mit ihren Long- und Shortlists, die jeweilige starke Themenfokussierung, die hohen Preissummen, die breiten Medienechos und – meistens – der Netzwerkgedanke (im Fall der Nobelpreise z. B. über die Lindau Nobel Laureate Meetings). Nicht jeder Preis kann auf diese Stärken zählen. Letzthin war ich an der Übergabefeier eines internationalen Kulturpreises, vergeben von einem Stiftungsrat ohne Fachjury, und zwar in einer Länderrotation und zu wechselnden Sparten, dazu noch undotiert und im Rahmen einer sponsorfinanzierten Feier verliehen. So etwas kommt mir vor wie ein «ungedeckter Check».

Preise und Awards bieten den damit ausgezeichneten Personen oder Institutionen viel Prestige in der Öffentlichkeit und hohes Renommee innerhalb ihrer eigenen Disziplin (dies über den pekuniären Wert der Preissumme und zusätzliche geldwerte Leistungen hinaus). Auf diese Weise bilden Preise eine Art «Image-Währung» (die dann in Porträts auf Instituts-Websites oder auf Wikipedia aufgelistet und damit bilanziert werden). Wer Preise vergibt, der kann sich aber auch selbst im reflektieren Glanz der Ausgezeichneten sonnen. Dieser Image-Austausch von Preisenden auf Prämierte und wieder zurück ist ein ganz wichtiger Grund für die inflationäre Zunahme dieser Projekttypen: Heute hat ja fast alles und jedes seinen Preis oder seinen Award.

Preise ohne Wirkung sind nutzlos

Dabei können viele nicht ganz systematisch konzipierte Preise die Kriterien eines echten Projekts kaum erfüllen. Regula Wolf hat anlässlich des SwissFoundations-Symposiums Ende Mai den wirkungsorientierten Förderprozess dargelegt: Bedarfsanalyse > Definition der Wirkungsziele > Massnahmenentwicklung für die Veränderungsprozesse > Überprüfung der Wirkungslogik durch Evaluation > Anpassung nach Lernprozess. Wie viele Preise können sich auf derartige Prozesse berufen?

Zwei bedeutende Schweizer Preise von zwei Vergabestiftungen, die einen solchen strukturierten Förderprozess aufgebaut waren, sind in den letzten Jahren aufgegeben worden: der Binding Waldpreis und der Age Award. Der nach 30 Jahren eingestellte Preis der Sophie und Karl Binding Stiftung (1987 u.a. ausdrücklich zur Profilierung der damals wenig bekannten Basler Stiftung ins Leben gerufen) hatte seine Ziel erreicht: die Etablierung vorbildlicher, nachhaltiger Methoden zur Pflege und Bewirtschaftung unserer Wälder zu unterstützten. Der Award der Age Stiftung in Zürich, die sich für gutes Wohnen im Alter einsetzt, wurde nach zehn Jahren resp. nach fünf Verleihungen eingestellt, weil seine Wirkungsintentionen in der «Szene» missverständlich aufgefasst wurden: Die Stiftung betrachtete die von ihr ausgezeichneten Wohnbeispiele als beachtenswerte Exempel; die Umsetzer von Wohnprojekten für das Alter als Zielgruppen des Awards fassten diese als zu kopierende Modelle auf, die sich freilich nicht überall gleichermassen bewähren konnten.

Preise brauchen Öffentlichkeit

Kommunikation für Preise und Awards wäre ein langer eigener Beitrag wert, dient sie doch dazu, die Intentionen derartiger Auszeichnungen weit zu verbreiten. Aufwendungen für Preisverleihungen ohne mediales Echo oder ohne Response in der jeweiligen Fachschaft kommen einer Ressourcenverschleuderung gleich. Dann lieber gleich den ganzen finanziellen Einsatz in reine Projekte investieren.
Mit der Medienberichterstattung zu Preisen sprechen wir sowieso einen problematischen Punkt an. Die überbordende Zahl von Preisen, über die berichtet werden soll, überfordert das mediale Platzangebot bei weitem und hat schon längst dazu geführt, dass bestimmte Medien nur noch höchst selektiv über Preisverleihungen berichten. Der absolute Medienliebling unter den schweizerischen Preisen ist der seit 1972 vom Schweizer Heimatschutz ausgelobte Wakkerpreis, der am 29. Juni an die Stadt Langenthal verliehen wird.

Prize vs. Award

Preise und Awards sind begrifflich nicht streng voneinander zu trennen. Der englische, und für unsere Ohren deshalb modern klingende Ausdruck «Award» transportiert wohl auch etwas von Wettbewerb und Bewerbung und von objektiv Juriertem. Beim «Preis» hingegen schwingt etwas von «Vergaben» mit und vom Daumenrunter- oder -hochhalten des Preisgerichts. In den sozialen und in den übrigen Medien ist die Dauerpräsenz jedweder Awards auffällig. Unverkennbar ist auch die Absicht der jeweiligen «awarder», mittels lautstark inszenierter Auszeichnungen ihre eigene Branche oder eigene Unternehmung zu «hypen». Ohne laut Sprecher lässt sich im heutigen Gewusel der vielen Prizes und Awards kaum mehr Gehör finden, ausser vielleicht dieser Lautsprecher ist ein prominenter Laudator.

Literatur: Pionierhaft (und immer noch auf einsamer Flur) ist die Publikation von Georg von Schnurbein und Sara Stühlinger vom CEPS der Universität Basel aus dem Jahr 2010: «Ausgezeichnet! Preise, Awards und Auszeichnungen von Schweizer Stiftungen planen, gestalten und kommunizieren».

 

Fotografie: Vorder- und Rückseite der Nobelpreismedaille von Carl Spitteler, 1919
© Dichter- und Stadtmuseum Liestal

Compliance bei Stiftungen und Vereinen – Massnahmen für die Praxis | 4. Juli, Winterthur

Excellence in Compliance
“If you think compliance is expensive, try non compliance.” 

Stiftungen und Vereine sind im In- und Ausland Compliance-Risiken ausgesetzt und werden mit Compliance-Verstössen konfrontiert. Ein solcher Compliance-Verstoss kann zu Bussgeldern, persönlicher Haftung und enormen Reputationsschäden führen. Professionelle Compliance-Management-Systeme schützen das aufgebaute Vertrauen und erlauben, den Stiftungs- oder Vereinszweck weiter zu fördern.

An der von der ZHAW und StiftungSchweiz.ch organisierten Fachtagung, vermitteln renommierte Expertinnen und Experten und erfahrene Praktikern wertvolles Wissen über erfolgreiche präventive und reaktive Strategien zur Vermeidung von Compliance Risiken, wie z.B. Korruption.

Programm – 4. Juli 2019
9.00 – 17.00 Uhr, Winterthur

Themen und Referenten

I – UNTERSUCHUNG UND AUFARBEITUNG VON COMPLIANCE-VORFÄLLEN

  • Untersuchung und Aufarbeitung von Compliance-Vorfällen bei NPOs
    Rita Pikó, ZHAW School of Management and Law
  • Die Sicht der Finanzkontrolle – Erfahrungsbericht aus untersuchten Schweizer Stiftungen
    Eris-Serge Jeannet, Eidgenössische Finanzkontrolle
  • Risiken eines Reputationsverlustes – Erfahrungsbericht aus einem medienwirksam begleiteten Compliance-Vorfall
    Dirk Reinsberg, Oxfam Deutschland
  • Gelebte Compliance – Erfahrungsbericht einer global verlinkten Schweizer NGO
    Omer Güven, Save the Children Schweiz

II – MASSNAHMEN ZUR ERKENNUNG VON COMPLIANCE-VORFÄLLEN

  • Hinweisgebersysteme und der Gesetzentwurf zu Whistleblowing
    David Rüetschi, Bundesamt der Justiz
  •  Panel-Diskussion | Braucht es eine Ombudsstelle für NPOs in der Schweiz?
    Moderation: Rita Pikó, ZHAW School of Management and Law Peter Buss, StiftungSchweiz.ch
    François Geinoz, proFonds
    Lukas von Orelli, SwissFoundations
    David Rüetschi, Bundesamt für Justiz
    Bruno Studer, Helvetas Swiss Intercooperation

III – MASSNAHMEN ZUR VORBEUGUNG VON COMPLIANCE-VORFÄLLEN

  • Interne Kontrollsysteme für NPOs
    Markus Fivian, CREA Trust reg.
  • Sorgfaltsmassnahmen bei der Annahme von Spenden
    Christoph Degen, proFonds, Dachverband der gemeinnützigen Stiftungen der Schweiz
  • Abschluss der Tagung
    Reto Steiner, ZHAW School of Management and Law

Networking-Apéro

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