von Alice Hengevoss

Trendanalyse des Schweizer NPO-Sektors

Wie der Markt unterliegt auch der Dritte Sektor konjunkturellen Schwankungen. Diese verlaufen jedoch nicht linear zur gesamtwirtschaftlichen Konjunktur. Eine CEPS-Trendanalyse hat die Herausforderungen von NPO in der Schweiz beleuchtet.

Die Entwicklung verschiedener Einkommensquellen und nicht-finanzieller Ressourcen wie Freiwilligenarbeit beeinflussen neben dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) die Kapazitäten von Nonprofit-Organisationen (NPO) massgeblich. Ein entsprechendes „Konjunkturbarometer“ existiert jedoch bisher nicht, wodurch es für NPO-Führungskräfte schwierig ist, Entwicklungstendenzen frühzeitig zu erkennen und potenzielle Herausforderungen strategisch anzugehen.

NPO-Konjunkturbarometer

Im Rahmen einer Studie hat das Center for Philanthropy Studies (CEPS) nun eine Trendanalyse zur Befindlichkeit des Dritten Sektors in der Schweiz durchgeführt (Hengevoss, A. / Berger, O.: Konjunkturbarometer: Eine Trendanalyse des Schweizer NPO-Sektors, CEPS Forschung und Praxis Bd. 18, Basel: CEPS, 2018) 

Mittels einer Online-Umfrage wurden 77 Führungskräfte von NPO aus verschiedenen Aktivitätsbereichen zu den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen ihrer Organisation befragt.

Es zeigt sich, dass insbesondere für kleine und mittelgrosse NPO der Rückgang von Kantons- und Bundesgeldern und die damit verbundene Abnahme der finanziellen Stabilität eine zunehmende Herausforderung darstellt. Für grosse Organisationen hingegen ist besonders die Steigerung des Bekanntheitsgrades und das damit verbundene Akquirieren von neuen Spendern in einem gesättigten Markt ein zunehmendes Problem. Über alle Organisationsgrössen hinweg haben der technologische Wandel und der Digitalisierungstrend einen wichtigen Einfluss auf die von NPO angebotenen Leistungen. Hier sehen sich die Organisationen besonders privatwirtschaftlichen Anbietern gegenüber im Wettbewerb. Nicht zuletzt lässt sich erkennen, dass NPO vermehrt Mühe haben, Freiwillige längerfristig zu engagieren.

Transparent und innovativ vorangehen

Trotz aller Herausforderungen sehen 79% der Befragten der zukünftigen Entwicklung ihrer Organisation positiv entgegen. Folgende Handlungsempfehlungen, die sich aus der CEPS-Studie ableiten lassen, können Organisationen dabei unterstützen, diese Entwicklung effektiv positiv zu gestalten:

NPO-Konjunkturbarometer: Handungsempfehlungen für eine positive Zukunftsgestaltung

Folgende Handlungsempfehlungen können NPO dabei unterstützen, ihre Zukunft positiv zu gestalten:

  • NPO finanzieren sich zunehmend durch Eigenleistungen; daher ist es wichtig, genau zu verstehen, was Leistungsempfänger nachfragen.
  • Die Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Geldgebern wird durch Transparenz, Wirkungsmessung und Kommunikation gestärkt.
  • NPO-Aktivitäten müssen so konzipiert werden, dass ein flexibles Engagement für Freiwillige möglich ist.
  • Qualifizierte Mitarbeiter sollen marktgerecht entlohnt werden.
  • Möglichkeiten digitaler Lösungen sollen in angebotenen Leistungen genutzt werden; NPO können so innovativ in die Zukunft schreiten.
Hengevoss, A. / Berger, O.: Konjunkturbarometer: Eine Trendanalyse des Schweizer NPO-Sektors, CEPS Forschung und Praxis Bd. 18, Basel: CEPS, 2018

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