von Peter Buss

Was Stiftungen ausschütten – wer sollte das wissen?

Gemeinnützige Stiftungen sind steuerbefreit. Deshalb kontrollieren die Stiftungsaufsicht und die Steuerbehörden ihre Jahresrechnung und die Stiftungstätigkeit. Das ist unbestritten und sinnvoll. Aber weshalb ist das alles so geheim? Da entstehen nur Gerüchte. Und es verursacht viel Leerlauf.  Besonders deshalb, weil kaum jemand weiss, was Stiftungen ausschütten.

Die Berichte der Aufsichtsbehörden sind vertraulich und der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Bürger weiss also von den meisten Förderstiftungen auch nicht, wieviel Geld sie wofür bereitstellen können. Denn das muss nirgends publiziert werden. Nur wenige Förderer tun dies freiwillig. Die Konsequenz: Praktisch alle Förderstiftungen erhalten hunderte Gesuche jedes Jahr, die nicht zu ihrem Geldbeutel passen – selbst wenn die Projekte noch so unterstützungswürdig wären.

Dieser gigantische Leerlauf mehrerer Hunderttausend nutzloser Gesuche muss nicht sein. Gerade die Destinatäre einer Förderstiftung haben ein berechtigtes und schützenswertes Interesse daran zu erfahren, in welchem Umfange eine Förderung ihres Vorhabens tatsächlich möglich sein könnte. Mit Neugierde hat das nichts zu tun. Mit Arbeitseffizienz schon sehr viel mehr. Die Erfahrung zeigt: Eine offene Information über die Ausschüttungspolitik führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Gesuchen. Und zu besseren.

Was Stiftungen ausschütten - wer sollte das wissen? Tipp

StiftungSchweiz.ch gibt den Förderstiftungen die Möglichkeit, ihre Fördergrundsätze und auch ihre Ausschüttungspolitik zu publizieren. Kostenfrei und jederzeit änderbar. Das Stiftungsortrait ist schon vorhanden. Es muss nur noch mit dieser Information ergänzt werden. Bei Fragen: office@stiftungschweiz.ch gibt gerne Auskunft.

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