von Sophie Hersberger

Wettbewerb und Kooperationen zwischen NPO

Ankündigung von Fusionen, Personalabbau und Neupositionierungen – das alles sind Anzeichen für erhöhten Druck, sei es durch weniger Ressourcen oder mehr Konkurrenz. Nicht erst seit diesem Jahr nimmt das Gefühl von Wettbewerb zwischen Nonprofit-Organisationen (NPO) zu. Gründe für diese Entwicklung sind unter anderem die wachsende Zahl an NPO, stagnierende oder rückläufige Einnahmen von Spenden und öffentlichen Geldern und höhere Anforderungen an die Effizienz und Effektivität. Eine Antwort auf zunehmenden Wettbewerb ist eine verstärkte Kooperation zwischen NPO zur Sicherung von Ressourcen. Daneben sind Differenzierung oder Fokussierung weitere mögliche Strategieoptionen.

Kooperationen zur Sicherung von Ressourcen

Bereits 1978 haben die beiden amerikanischen Wissenschaftler Jeffrey Pfeffer und Gerald Salancik auf den Zusammenhang von Ressourcenknappheit und Organsiationsüberleben hingewiesen. Gemäss ihrer Ressourcenabhängigkeitstheorie sind Organisationen erfolgreich, wenn es ihnen gelingt, den Zugang zu notwendigen Ressourcen zu sichern. Dafür stellen insbesondere Interorganisationsbeziehungen eine vorteilhafte Strategie dar. Diese sollen den Erfolg der Organisation langfristig sichern und die Qualität von Dienstleistungen verbessern. Auch der Zugang zu öffentlichen Zuschüssen und Leistungsverträgen kann durch strategische Kooperationen vereinfacht werden. Nebst der Stärkung bzw. Sicherung der Angebote und Kosteneinsparungen ist auch die Generierung von Fachwissen und Fähigkeiten ein Vorteil von Kooperationen.

Barrieren für Kooperationen

Kooperationen bringen aber stets auch gewisse Anforderungen mit sich. Eine Studie aus Kanada gibt Aufschluss darüber, dass Kooperationen mit anderen NPO eingegangen werden, wenn ein Gleichgewicht von Abhängigkeit und Autonomie besteht. Zwischenmenschliche Beziehungen vermögen diese Kooperationen durch positive Attribute (z. B. Vertrauen) zu stabilisieren. Neben dem Autonomieverlust, der auch in anderen Studien als Hemmnis für das Eingehen von kooperativen Beziehungen identifiziert wird, sind auch unterschiedliche Ideologien ein Hindernis für erfolgreiche Kooperationen.

Weitere Strategien

Differenzierung, das Suchen von Marktnischen und die Kostenführerschaft stellen Strategien dar, die Michael Porter (1980) in seiner Wettbewerbsvorteilstheorie beschreibt. Letztere ist für NPO von geringer Relevanz, doch die Differenzierung von Produkten oder Dienstleistungen und das Suchen von «unbesetzten» Nischen ist bei NPO durchaus beobachtbar. Dazu gehört auch, durch Innovation und Weitsichtigkeit in einem kompetitiven Umfeld zu bestehen, indem frühzeitig auf aktuelle und künftige Trends reagiert wird.

Wettbewerb und Kooperationen in der Schweiz

Gemäss einer Umfrage des CEPS erleben NPO in der Schweiz den zunehmenden Wettbewerbsdruck erst schwach, und dies vor allem im Bereich der Ressourcenbeschaffung. Trotzdem lohnt es sich zu überlegen, wie man auf ein sich veränderndes Umfeld reagieren kann. Fragen, die man stellen kann, sind beispielsweise:

  • Wer sind unsere wichtigsten Kooperationspartner und welche Ressourcen werden dadurch verstärkt oder ergänzt?
  • In welchen Bereichen könnten wir unser Angebot durch Kooperationen verbessern oder ausbauen?
  • Wo sind wir einzigartig und unterscheiden uns von anderen Organisationen massgeblich?

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