von Sara Stühlinger

Wie leicht ist Impact Investing mit dem eigenen Stiftungszweck möglich?

Kommt die Rede auf Impact Investing, dann ist damit meistens gemeint, dass gleichzeitig eine soziale respektive ökologische und eine finanzielle Rendite erreicht und beide Renditen auch gemessen werden sollten. Diese Umschreibung lässt durchaus Spielraum zu, was alles unter Impact Investing verstanden werden kann. Die Abgrenzung geschieht dabei am einen Ende des Spektrums gegenüber nachhaltigen Anlagen, am anderen Ende gegenüber reinem philanthropischem Engagement. Die Herausforderung besteht darin, dass sich einerseits das Investment lohnt und andererseits ein gesellschaftlicher Nutzen entsteht.

Eine typische Investitionsmöglichkeit sind Sozialunternehmen. Wie ein solches konkret ausgestaltet sein kann, zeigt das Beispiel des Sozialunternehmens in Tansania von einem der Teilnehmenden des CAS Global Social Entrepreneurship des CEPS. Das Sozialunternehmen beschäftigt insbesondere junge Frauen und Mütter, die sonst keine Stelle finden würden. Diese stellen Briketts her, welche dann zu einem angemessenen Preis an Schulen und die lokale Bevölkerung verkauft werden. Einerseits wird durch den Verkauf der Briketts ein Ertrag generiert, der die Rückzahlung von Darlehen und anderen Investitionen ermöglicht. Andererseits schafft das Sozialunternehmen nicht nur Arbeitsplätze, sondern fördert die Gesundheit, denn das Verbrennen von Briketts produziert weniger Rauch als das Einfeuern mit Holz. Der Beitrag zu einer sozialen Rendite scheint bei diesem Investitionsobjekt klar und wenig widersprüchlich.

Es gibt jedoch auch Fälle, in welchen dies nicht so eindeutig ist. Die Orientierung am eigenen Stiftungszweck kann dann hilfreich sein. Dies kann auch zur Schlussfolgerung führen, dass Impact Investing im Bereich des eigenen Zwecks nur schwer umsetzbar ist. Setzt sich eine Stiftung beispielsweise für die Rechte von Kindern ein, wird es schwierig sein ein Investitionsobjekt zu finden, welches in diesem Bereich sowohl eine soziale als auch eine finanzielle Rendite erzielt. Setzt sich eine Stiftung jedoch für bezahlbaren Wohnraum ein, so liegt Impact Investing quasi auf der Hand.

Zudem sollte das Risikos des sogenannten «Mission Drift» beachtet werden. Dies ist das Risiko, dass im Verlauf der Zeit Abstriche bei der sozial-ökologischen zugunsten der finanziellen Rendite gemacht werden. Die Überprüfung der sozialen respektive ökologischen Rendite hilft dabei, das Risiko eines sogenannten «Mission Drifts» zu reduzieren.

Neben diesen Aspekten gilt es natürlich auch die gesetzlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen. Diese sind für Stiftungen je nach Art und Ausmass der Umsetzung des Impact Investings unterschiedlich. Zusammenfassend können folgende drei Fragen bereits für eine erste Analyse hilfreich sein:

  • Gibt es in mindestens einem unserer Förderbereiche die Möglichkeit, unternehmerisch Geld zu verdienen?
  • Wie weit weg von unserem Förderbereich sind Impact Investing-Möglichkeiten und auf wie viel Rendite müssten wir dafür wahrscheinlich verzichten?
  • Wie verhindern wir, dass in Organisationen, in welche wir investiert haben, Mission Drift entsteht?

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